Duisburg: Räuber erbeuteten nur drei Euro

Duisburg : Räuber erbeuteten nur drei Euro

Eine kuriose Tat aus Beeck beschäftigt seit gestern das Landgericht.

Verbrechen lohnt sich nicht. Diese alte Volksweisheit stellt ein Prozess, der gestern vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz begann, einmal mehr deutlich unter Beweis. Denn alles, was die beiden Angeklagten am 19. Juli 2014 erbeutet haben sollen waren drei Euro in Kleingeld. Und ein erzwungener Kaufvertrag für einen uralten Kleinwagen.

Die Anklage wirft einem 31-jährigen Mann aus Beeck und einem 19-jährigen Meidericher besonders schwere räuberische Erpressung vor. Am 19. Juli 2014 sollen sie gegen 23.15 Uhr in einer Wohnung an der Friedrich-Ebert-Straße in Beeck aufgetaucht sein. Der 31-Jährige soll von dem Wohnungsinhaber Geld gefordert haben. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, soll er einem Gast des Mannes ein Brotmesser an den Hals gehalten haben.

Die so bedrohten Männer drehten ihre Taschen um. Dabei fiel aber nur etwas Kleingeld heraus. Vergeblich soll der 19-Jährige nach weiteren Wertsachen gesucht haben. Dann soll der 31-Jährige den Wohnungsinhaber schließlich dazu genötigt haben, ihm per Kaufvertrag dessen Auto abzutreten.

Der 31-Jährige legte zu Beginn des Verfahrens ein weit gehendes Geständnis ab. "Er hatte noch 50 Euro Schulden bei mir", berichtete er der Strafkammer. "Die hatte ich mal geliehen, als wir zusammen getrunken haben." Am Tattag habe er das Geld zurück gefordert. Gewalttätig sei er nur geworden, weil der Gast des Schuldners frech geworden sei. "Zuletzt hat er dann den Vertrag geschrieben, damit ich das Auto verkaufen konnte, wenn er mir das Geld nicht innerhalb von zwei Tagen zahlt." Was dann auch so gekommen sei, so der 31-Jährige. Der Mitangeklagte, der zur Tatzeit noch Jugendlicher war, räumte ein, bei dem Geschehen dabeigewesen zu sein. "Aber ich wollte von Anfang an nichts mit der Sache zu tun haben."

Das Verfahren vor der Jugendkammer soll voraussichtlich kommende Woche abgeschlossen werden.

(RP)
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