Duisburg: Radwege unter der Lupe

Duisburg : Radwege unter der Lupe

OB Sauerland und Umweltdezernent Greulich sind gestern mit dem ADFC durch Duisburg geradelt. An der Infrastruktur für Radfahrer hat sich viel getan, aber es gibt noch einiges zu verbessern, so das einhellige Urteil.

Von der Radtour werde er sehr viel mitnehmen, sagte OB Adolf Sauerland, nachdem die Truppe gestern nach 22 Kilometern und vierstündiger Fahrzeit wieder am Rathaus angekommen war. Da gebe es so einige Stellen, „über die wir nachdenken und wo wir neue Lösungen finden müssen“.

Einer dieser Brennpunkte ist der Kalkweg, der am Sportpark Wedau entlang führt. Die extrem unwegsamen Radwege auf den Bürgersteigen sorgen schon seit langem für hitzige Diskussionen. „Wir werden die Radwege auf die Straße verlegen. Das ist einfach das beste Konzept“, sagte Sauerland gestern bei der Tour. So gebe es erstens keinen Konflikt mit den Fußgängern mehr. Außerdem sei die Lösung auch für die Radfahrer am sichersten. „Auf der Fahrbahn werden sie von den Autofahrern am besten wahrgenommen“, so der OB. Führten die Radwege über den Bürgersteig, würden die Radfahrer gerne übersehen. „Man rechnet nicht mit ihnen. Und an der Kreuzung scheppert er dann plötzlich.“

Ein weiteres Stichwort gestern war der so genannte „Grüne Ring“. Der ADFC plädierte dafür, mehr Bahntrassen in Radwege umzuwandeln. „Hier haben die Radfahrer Brücken und keine Kreuzungen. Das ist viel sicherer“, betonte der ADFC-Verkehrsreferent Dieter Depnering.

Bahntrassen als Radwege

Im Sinn hatte er die Trasse der ehemaligen Rheinischen Bahn, die unter anderem bei BMW Zwirner in Hochfeld (Paul-Esch-Straße) vorbei führt, und die Trasse der einstigen Bergisch-Märkischen Bahn zwischen Musfeldstraße und Heerstraße. „Mit einem durchgehenden Radweg könnte man den Rheinpark und die Innenstadt optimal miteinander verbinden“, so Depnering. Der Umweltdezernent konnte hier schon mir einer guten Nachricht aufwarten: Die EG DU habe für die Eisenbahnbrücke in der Nähe des Brückenplatzes bereits eine Maßnahme bewilligt, um diese für Radfahrer zugänglich zu machen. „Dann wäre dieser Teil des grünen Rings geschlossen“, so Greulich. Weiter ging die Fahrt nach Rheinhausen, und zwar über die Eisenbahnbrücke – was eigentlich verboten ist. „Das Geländer ist zehn Zentimeter zu niedrig. Deshalb dürfen Radfahrer hier eigentlich nicht drüber“, erläuterte Depnering. Dennoch nutzten viele Radfahrer die Brücke, um auf die andere Rheinseite zu gelangen – gerade jetzt, wo der neue Kreisel an der Brücke der Solidarität gebaut werde. Der ADFC schlug er deshalb vor, einen Sponsoren zu finden, der ein neues Geländer zur Verfügung stellt. OB Sauerland beriet sich sogleich mit seinem Umweltdezernenten und versprach, bei der Suche zu helfen.

(RP)
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