1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Radfahrer oft rücksichtlos

Duisburg : Radfahrer oft rücksichtlos

Aus dem Verkehrsbericht 2011 geht hervor, dass Duisburg verkehrstechnisch recht sicher ist. Nur der Anteil der Unfälle mit Personenschäden ist höher als im Vorjahr. Die Polizei sieht eine Teilschuld bei den Radfahrern.

Unfälle im Straßenverkehr sind nicht nur ein Ärgernis und im Extremfall verlieren dabei sogar Menschen ihr Leben. Aus dem Verkehrsbericht 2011 geht hervor, dass in Duisburg im vergangenen Jahr genau vier Verkehrstote gab. Die Betroffenen waren allesamt zu Fuß im Duisburger Stadtgebiet unterwegs, als sie aus verschiedenen Gründen von Autos erfasst wurden.

Im Frühjahr 2011 wurde ein 75-jähriger Mann bei diesem Unfall schwer verletzt. Foto: Andreas Probst, RP

Insgesamt verzeichnete die Polizei im Berichtszeitraum 15 237 Verkehrsunfälle. "Wir sind stolz, dass wir uns dem Landestrend nicht angepasst haben", sagte die Duisburger Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels. "Wir bewegen uns bei den Verkehrsunfällen auf dem Niveau von 2010. Im Rest von NRW sehen die Unfallstatistiken nicht so rosig aus."

Im Vergleich der NRW Großstädte ist Duisburg nach Bonn und Bielefeld der verkehrstechnisch drittsicherste Ort. Mit 3 112 Unfällen pro 100 000 Einwohnern rangiert die Stadt deutlich vor den anderen Ruhrgebietsmetropolen Bochum (Platz 7), Dortmund (Platz 8), und Essen (Platz 14). "Ein Problem haben wir allerdings mit dem Rest des Landes gemein", gab Polizeidirektor Rainer Blaudzun, der Leiter des polizeilichen Leitungsstabes, zu. "Wir mussten im Jahr 2011 mehr Verkehrsunfälle mit Personenschäden verzeichnen, als in den Jahren zuvor."

Im abgelaufenen Berichtsjahr sind genau 1734 Personen im Duisburger Straßenverkehr verunglückt. Das sind 5 Prozent mehr als noch im Jahr 2010. Den Grund für die Zunahme sieht Blaudzun vor allem in der Rücksichtslosigkeit der Radfahrer: "Allein 400 der Verletzten, das ist fast ein Viertel, war mit dem Rad unterwegs. In der Altersgruppe der Senioren verunglückten im letzten Jahr sogar mehr Rad- als Autofahrer. Leute fahren einfach wie sie wollen. Dem werden wir in diesem Jahr verstärkt entgegentreten."

Auch mit der bekannten Problemgruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren, hat die Polizei einiges vor. "Die jungen Erwachsenen machen nur acht Prozent der Bevölkerung aus, haben aber im letzten Jahr 20 Prozent der schweren Unfälle verursacht", so Bartels. "Wir werden also im nächsten Jahr verstärkt mit unserem Projekt "CrashKurs" in die Schulen gehen, um die Jugendlichen aufzuklären. Ich bin zuversichtlich, dass die Konfrontation mit Unfallopfern bei einigen zu einem Umdenken führen wird."