Duisburg: Publikum lacht Tränen in der Alten Dorfschule

Duisburg : Publikum lacht Tränen in der Alten Dorfschule

Mehr als eine Weinprobe veranstaltete das Team des Kulturtreffs Alte Dorfschule Rumeln. Ingo Pügner las am Samstagabend Texte von Ralf Schmitz. Seine Frau Delia Rosenberger-Pügner übernahm die Klavierbegleitung, während Tochter Lisa Pügner und Eddy Mioska ein Duett an Saxofon und Klarinette spielten. Zu italienischen Hits aus den 70er Jahren passten die Texte rund um "Mama", des Italieners liebste Frau, sehr gut.

Der Imbiss bestand aus Vollkornbrot, Käse, Weintrauben, Salzgebäck und Pfälzer Saumagen, den Winzer Gerd Pfaffmann aus seiner Heimat mitgebracht hatte. An Weinen wurden erst die Roten ausgeschenkt, etwa ein feinherbes Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot oder ein halbtrockener Regent. Das ist eine besondere pilzresistente Sorte, die nicht gespritzt werden muss, wie Pfaffmannn erklärte.

Dazu servierten die Musiker Stücke wie "Felicita" oder "Volare". Mioska harmonierte perfekt mit der Familie Pügner. Bis auf einen Einsatz, bei dem ausgerechnet Mama Pügner ein erst später im Programm folgendes "Ti amo" anstimmte, klappte das Zusammenspiel tadellos.

Aber Mütter sind halt eigen — das verdeutlichten die gelesenen Geschichten. Naturgemäß müssen sie ihre Nachkommenschaft ernähren. Wenn Kind vorbeischaut, bekommt es deshalb immer Essen ins Gesicht gedrückt. Dann steht der Zögling nackt da, weil Mama nur schnell einen Knopf annähen will. Doch das Schlimmste folgt noch: Mit Suppenresten am Mundwinkel kann man dem mit Spucke befeuchteten "Daumen des Grauens" nicht entfliehen.

Auf den Schrecken genehmigten sich die Gäste der Weinprobe erstmal einen Rosé. "Ist Ihnen allen ein bisschen wärmer nach dem vierten Glas?", scherzte Pügner. Das Publikum ließ sich von der familiären Atmosphäre anstecken, unterhielt sich angeregt über Speis und Trank.

Überraschende Mischung

"Den Saumagen mochte ja Helmut Kohl besonders. Doch der erste Wein war mir persönlich zu trocken. Ich mag den Lieblichen", erklärte eine Dame an den langen Biertischen. Die waren herbstlich orange eingedeckt, mit Servietten mit Laubmotiven und Teelichtern in Papiertüten.

Zum Blanc de Noir, einem weißen Wein aus schwarzen Trauben, hörten die rund 60 Besucher, wie Mama ein Handy bekam. Geschriene Telefongespräche über Manfreds Katheder oder rätselhafte SMS aus Paris ließen das Publikum Tränen lachen.

Das Programm bot eine überraschende Mischung. Das Publikum spendete viel Applaus.

(choe)