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Duisburg: Public Viewing vom Kirchentag

Duisburg : Public Viewing vom Kirchentag

Besser gemeinsam als allein: Die Trinitatis-Gemeinde lud zum Public Viewing. Statt Fußball gab es den Abschluss des Kirchentags in Wittenberg zu sehen.

Die Trinitatis-Gemeinde Buchholz veranstaltete ein Public Viewing. Natürlich nicht zum DFB-Pokal, sondern zum Kirchentag. Vorher wurde aber erstmal zusammen gegessen.

Dunkle Wolken zogen am Sonntag über der Jesus-Christus-Kirche in Buchholz auf, und das dazugehörige Gewitter ließ nicht lange auf sich warten. Die Gemeindemitglieder scherte das Unwetter aber nicht weiter, im trockenen Gemeindehaus gab es schließlich Kaffee, Kuchen und Chormusik. "Die Ursprungsidee war, den Abschlussgottesdienst des Kirchentages aus Wittenberg zusammen zu gucken", erklärte Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel.

Besser, als den Gottesdienst alleine zuhause zu gucken sei das allemal. Noch dazu gab es in der Kirche eine Art Simultan-Gottesdienst: Der Ton und das Bild kamen aus Wittenberg, in der Buchholzer Kirche wurde der Gottesdienst aber parallel mitgefeiert.

"Weil der Gottesdienst aber erst um 12 Uhr stattfindet, und nicht wie sonst um 10, haben wir uns für einen Brunch vor dem Public-Viewing entschieden", so Köhler-Miggel. Im Gemeindesaal duftete es wie in einer Backstube, nach das Buffet eröffnet war. Dann wurde mit Chorleiter Andreas Rabeneck geprobt. "Einige Lieder, die in Wittenberg gesungen werden, kennt unsere Gemeinde gar nicht", so der Pfarrer. Deswegen sollte der Chor die unbekannten Lieder vorsingen, aus den Original-Liedheften aus Wittenberg wohlgemerkt. "Die DHL hat aber das Paket verloren, deswegen mussten wir die Liedzettel per Hand nachdrucken", ärgert sich Köhler-Miggel. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Die Gemeindemitglieder an der hübsch dekorierten Tafel - verzierte Bibeln und Playmobil-Luther auf den Tischen - freuten sich über die Abwechslung und das große Frühstück. Lea Drückes: "Ich war vor zwei Jahren auf dem Kirchentag. Mit dem Public Viewing und dem Brunch haben wir hier ein bisschen von dem Gemeinschaftsgefühl eingefangen". Beim Fußball-Rudelgucken sei sie zwar noch nie gewesen, so Drückes, aber hinsichtlich des gemeinsamen Singens könne "die Atmosphäre bestimmt ähnlich sein".

Davon war auch Gemeindemitglied Kirsten Weigelt überzeugt. "Ein bisschen andächtiger sollte es aber schon sein, es ist ja schließlich ein Gottesdienst", schmunzelte sie. Birgit Barowka genoss den Brunch vor allem wegen der anderen Besucher: "Die ganze Gemeinde unter ein Dach zu bringen, das ist schon was Schönes."

Am Klavier überlegte Andreas Rabeneck derweil, wie seine Musikerkollegen in Wittenberg das Liedmaterial behandeln würden. "Das Lied ist sehr kurz, hier steht aber 'Beliebig oft singen'", stellte der Kirchenmusiker fest.

In der Kirche wurden derweil die letzten Vorbereitungen getroffen: Deckenlichter verdunkeln, Brot backen, Boxen verkabeln. "Jetzt müsste gleich Bild kommen", vermutete Köhler-Miggel. Und prompt erschien der ZDF-Fernsehgarten, der wohl zum ersten Mal im Großformat durch die Jesus-Christus-Kirche flimmerte.

(RP)