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Prozess in Duisburg: 26-Jähriger soll seinen Bruder fast totgetreten haben

Prozess in Duisburg : 26-Jähriger soll seinen Bruder fast totgetreten haben

Mit Tritten gegen den Kopf verletzte der Homberger seinen Bruder schwer. Er ist wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Am Abend des 9. Oktober 2018 zerrte ein Duisburger (26) seinen blutüberströmten Bruder in den Flur eines Hauses in Homberg. „Ruft einen Krankenwagen“, soll er Nachbarn zugerufen haben. „Mein Bruder wurde zusammengeschlagen.“ Was er verschwieg: Er selbst hatte den Verwandten kurz zuvor an der Mozartstraße durch einen Schlag und Tritte lebensgefährlich schwer verletzt. Jetzt steht er wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht.

Der Angeklagte berichtete, er sei mit dem Geschädigten beim Angeln gewesen. Man fing nichts, habe sich dafür aber eine Flasche hochprozentigen Kräuterlikör geteilt. Zuvor habe er bereits Cannabis und Amphetamin konsumiert. Auf dem Heimweg, so der 26-Jährige, habe er für seinen Bruder ein Paar Schuhe aus einem Hausflur stehlen wollen. „Er sollte Schmiere stehen.“ Doch der Ältere besah sich stattdessen den Roller des Angeklagten. „Da bin ich aggressiv geworden.“

„Er hat noch gesagt: ,Bitte nicht!’“, berichtete der Angeklagte. Da habe er den 28-Jährigen schon mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt. „Dann habe ich immer wieder gegen seinen Kopf getreten.“ Erst als der Bruder blutüberströmt vor ihm lag und nur noch stöhnte, habe er die Tat realisiert. „Ich bin aber nicht auf die Idee gekommen, einen Rettungswagen zu rufen.“ Stattdessen habe er den Bewusstlosen auf seinen Roller gehievt und ihn nach Hause gefahren, wobei beide unterwegs gestürzt seien.

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Zunächst hatte der Angeklagte den Verdacht auf einen Nachbarn zu lenken versucht. Erst nach und nach habe er der Polizei die Wahrheit gesagt. „Ich konnte das nicht sofort.“ Ob er vielleicht so ausgerastet sei, weil sein Bruder nicht aufgepasst habe, obwohl der 26-Jährige doch unter Bewährung stand, wollte der Vorsitzende wissen. „Daran habe ich nicht gedacht“, so die Antwort. Und auch die Aussage einer Zeugin, die glauben lassen könnte, der Geschädigte habe versucht, seinem Bruder den Roller zu stehlen, wies der Angeklagte zurück. „Das war nicht so.“

Für das Verfahren sind bis Mitte Juli vier weitere Verhandlungstage vorgesehen.

(bm)