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Duisburg: Protest der Gemeinden hält an

Duisburg : Protest der Gemeinden hält an

Mit dem Plan des Bistums Essen, ihre Kirche bis zum Jahre 2015 zu schließen, wollen sich die Gemeindemitglieder von St. Norbert nicht abfinden. Bei einer weiteren Protest-Aktion verhüllten sie gestern einen Teil der Kirchenfassade.

Wer fertig ist, kann einpacken: Unter diesem Motto stand am Montag eine Aktion in der katholischen Kirchengemeinde St. Norbert, mit der einmal mehr gegen die Schließungsabsichten des Bistums demonstriert werden sollte.

Wie berichtet plant das Bistum Essen, die Gemeinde auf absehbare Zeit aufzulösen. Gemeindemitglieder von St. Norbert verhüllten gestern einen Teil des Gotteshauses von St. Norbert, um deutlich zu machen, was künftig fehlen wird, sollten die Pläne realisiert werden.

Grund für die Schließungsabsichten sind die sinkenden Kirchensteuereinnahmen, einhergehend mit steigendem Sanierungsbedarf von Kirchen und immer weniger Seelsorgern, die in den Gemeinden eingesetzt werden können.

In der Diözese Hamborn wird es voraussichtlich in einem Jahr nur noch die Großgemeinde St. Johann geben, von der aus die anderen Gemeinden dann betreut werden sollen. Auf absehbare Zeit würden dann nur noch die beiden Gemeindekirchen St. Hildegard im Röttgersbach und Herz-Jesu in Neumühl bestehen bleiben.

Die seelsorgerische Betreuung wird weitgehend in den Händen der Prämonstratenser des Hamborner Klosters liegen. Über die Zukunft der Kirchengebäude und der Gemeindekindergärten ist im Einzelnen allerdings noch nicht entschieden. Ein sozial-caritatives Zentrum soll in Marxloh an die Stelle der Gemeinde St. Peter treten. Doch auch hier sind genaue inhaltliche Aussagen noch nicht bekannt.

Ähnlich wie in St. Norbert, so haben auch die Gemeindemitglieder von St. Barbara im Röttgersbach ihrem Unmut bereits öffentlich Luft gemacht. Rund 300 Teilnehmer zählte der von Kerzen, Martinslaternen und Grablichtern illuminierte Protestmarsch, der gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern von St. Norbert organisiert worden war.

Dem gemeinsamen Zug vorangetragen wurde ein verhülltes Kreuz aus der Gemeinde St. Norbert. Mit der Aktion wollten die Veranstalter auch demonstrieren, dass die Gemeinden im Kampf um ihren Erhalt nicht als Konkurrenten auftreten. Stattdessen bildet man eine Einheit, um den Schließungen gemeinsam die Stirn zu bieten.

(RP)