Duisburg: Prof. Danckwerts in Hamburg gestorben

Duisburg: Prof. Danckwerts in Hamburg gestorben

Wie erst jetzt bekannt wurde ist im Mai der bekannte Soziologe und Sozialpädagoge Prof. Dr. Dankwart Danckwerts (79) in seiner Heimatstadt Hamburg gestorben. Bis kurz vor seinem Tod lehrte und forschte er noch regelmäßig an der Universität Duisburg-Essen. Prof. Dr. Jochen Zimmer: "Wir vermissen den klugen und warmherzigen Skeptiker".

Nach dem Studium der Soziologie und Volkswirtschaft in Hamburg und Münster promovierte Danckwerts 1964 bei Helmut Schelsky. Der Universität in Duisburg war Danckwerts seit ihrer Gründung als Gesamthochschule engstens verbunden. 1972 wurde er auf die erste Professur "Allgemeine Soziologie und Allgemeine Sozialpädagogik" für den geplanten integrierten sozialwissenschaftlichen Diplomstudiengang berufen.

1974 führte er das stark nachgefragte Konzept der "Praxisorientierten Sozialwissenschaften / Soziale Arbeit und Erziehung" an der Hochschule ein. Politisch sozialisiert wurde Danckwerts in der bündischen Jugendbewegung und während der Arbeit für die Adenauer-Stiftung in Chile. Zimmer: "Der erlebte Widerspruch zwischen der Bevormundung und Ausbeutung der sog. Dritten Welt und der Überheblichkeit der "jungen Demokratie" in Westdeutschland machte ihn zum kritischen Begleiter der außerparlamentarischen Opposition der 1960er Jahre."

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Danckwerts gründete die Zeitschrift "Verkehr und Logistik" als Organ einer arbeitnehmerorientierten Hafen- und Frachtforschung, war Herausgeber der Reihe "Sozialpädagogik", nach der sog. Heimrevolte gab er die Jugendhilfezeitschrift "Demokratische Erziehung" mit heraus.

(RP/rl)
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