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In den Peschen Duisburg: Problemhaus: Eigentümer will Müll nicht entsorgen

In den Peschen Duisburg : Problemhaus: Eigentümer will Müll nicht entsorgen

Rund um das Hochhaus In den Peschen häuft sich schon wieder Müll an. Doch Besitzer Branko Barisic weigert sich, ihn entsorgen zu lassen.

Wie sein Anwalt den Wirtschaftsbetrieben Duisburg schriftlich mitteilte - das Schreiben liegt der RP vor -, habe sich nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH), wonach Hauseigentümer für Versorgungskosten ihrer Mieter nicht aufzukommen haben, die Sach- und Rechtslage geändert. Man werde jetzt alle Kostenforderungen aus den "Problemhäusern" zurückweisen, so der Anwalt.

Die Häuser In den Peschen 3 - 5 in Bergheim sind schon seit einiger Zeit als Duisburgs "Problemhäuser" bekannt. Aktuell sollen dort noch sechs oder sieben Großfamilien wohnen. Im Mai war Barisic vom Landgericht Duisburg zu einer Geldstrafe in Höhe von 47 400 Euro verurteilt worden. Bei dem Urteil ging es um Strom, Gas und Wasser für die Problemhäuser. Nachdem einige offene Rechnungen nicht bezahlt worden waren, verurteilte das Gericht Hausbesitzer Barisic dazu, die genannte Summe an die Stadtwerke Duisburg zu zahlen. Einige Tage später bot die Stadt Duisburg Barisic dann 1,3 Millionen Euro für die Häuser an. Dem Eigentümer war diese Summe allerdings offenbar zu niedrig, er verkaufte nicht.

Seit Wochen ohne Strom und Wasser

Anfang Juni hatte Rotlichtgröße Barisic dann den Energieversorger beauftragt, die Strom- und Wasserzähler aus den Häusern auszubauen. Dabei mussten die Mitarbeiter der Stadtwerke von der Polizei geschützt werden. Der Runde Tisch "Offenes Rheinhausen", an dem Kirchen, Parteien, Vereine, Gewerkschaften, Anwohner und weitere Institutionen beteiligt sind, setzt sich für eine Verbesserung der Wohnqualität in den Problemhäusern ein. Seine Mitglieder reagierten mit Unverständnis und Kritik auf die Aktion der Stadtwerke, die Strom- und Wasserzähler auszubauen. Die Maßnahme, so hieß es, würde auch Familien mit Säuglingen und Kleinkindern, die bei den aktuell hohen Temperaturen auf Kühlung der Lebensmittel und auf die Möglichkeit, Babynahrung zuzubereiten, angewiesen seien, treffen. Die Bewohner der "Problemhäuser" leben nun seit etwa vier Wochen ohne Wasser und Strom.

Nun gibt es offenbar zusätzliche Probleme mit dem sich anhäufenden Müll. Auch dieses Thema ist nicht neu. Im Wahlkampf vor der Kommunalwahl Ende Mai hatte die CDU mit einem Plakat für sich geworben, auf dem die Problemhäuser zu sehen waren - im Vordergrund aufgetürmte Müllberge. Der Slogan unter dem Bild lautete "Duisburg kann besser". Das Plakat hatte im Wahlkampf für Diskussionen gesorgt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So leben Zuwanderer im Problemhaus

(RP)