Duisburg: Präzise Strukturen und geheimnisvolle Unschärfen

Duisburg: Präzise Strukturen und geheimnisvolle Unschärfen

Manhardt Barthelmie stellt den Maler Horst Keining in seinem Kunstraum an der Königstraße 61 vor.

Im Kreis Kleve ist der Düsseldorfer Maler Horst Keining (Jahrgang 1949) längst ein bekannter Künstler, nicht zuletzt durch Ausstellungen in einer renommierten Kranenburger Galerie und vor allem durch eine viel beachtete Schau in Schloss Moyland. In Duisburg kann man den Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie (Erwin-Heerich-Schüler) nun im Kunstraum des Zahnarztes und Kunstsammlers Dr. Manhardt Barthelmie (Königstraße 61, Nähe Hauptbahnhof) kennenlernen. Dort sind vor allem frühere Arbeiten Keinings ausgestellt, darunter Werke, die sich bereits seit 25 Jahren im Besitz Barthelmies befinden, aber auch einige Leihgaben des Künstlers.

Farben und Strukturen sind das Kernthema des Künstlers, das er in facettenreichen Motiven behandelt. Da sind zum einen imposante Streifenbilder, bei der die Farbe Grün durch eine strenge Struktur gebändigt zu sein scheint. "Sieben Möglichkeiten, eine Fläche zu dritteln" nennt Keining einen experimentellen Zyklus, bei der Gummi als Bildträger fungiert und Linien als Einfräsungen auf Metall erscheinen. Ironie spielt gewiss eine Rolle bei der LUKAS-Serie des Künstlers. Lukas ist der Name eines Farbenherstellers. Keining macht in seiner Arbeit die Farbpalette selber zu Bildmotiv: Die Farben werden nicht benutzt, um ein Bild zu malen, vielmehr werden sie selbst zum Gegenstand der Malerei. Der Künstler verändert den Farbton und seine Tonalität durch die Zugabe von Weiß. Als Betrachter wird man so auf Nuancierungen aufmerksam gemacht, zugleich wird das Auge dazu verleitet, Farbkorrespondenzen zu assoziieren. Als ironische Beigabe findet sich unterhalb der Farbfelder die Nummernbezeichnung des Farbherstellers Lukas.

In einer anderen Werkgruppe arbeitet Keining mit Unschärfen, die bisweilen Geheimnisse bergen. So erkennt man nach einigem Betrachten in einem Rasterbild ein Gesicht.

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Die Werke sind bereits jetzt im Kunstraum zu besichtigen. Eine offizielle Eröffnung der Schau mit Anwesenheit des Künstlers folgt am Freitag, 22. Juni, 18 Uhr. Die Ausstellung selber kann bis zum 30. September bei freiem Eintritt besichtigt werden. Der Kunstraum ist montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Info: www.dr-barthelmie.de

(pk)
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