Porno-Studie: Uni-Professor sucht Freiwillige, die Sex-Bilder ansehen

Wirkung von Sex-Filmen im Gehirn: Uni Duisburg sucht Teilnehmer für Porno-Studie

Die Universität Duisburg-Essen sucht Studienteilnehmer für eine psychologische Studie. In dem Versuch sollen heterosexuelle Männer Pornos ansehen. Dabei messen Forscher die Gehirnaktivität.

Die Universität Duisburg-Essen sucht Studienteilnehmer für eine psychologische Studie. In dem Versuch sollen heterosexuelle Männer Porno-Bilder ansehen. Dabei messen Forscher die Gehirnaktivität.

Die Universität Duisburg Essen sucht regelmäßig Studienteilnehmer, doch diese Studie des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie sorgt für Aufsehen. Denn es geht um ein besonders schambehaftetes Thema, über das viel Betroffene wohl nicht offen sprechen mögen.

Es geht um Pornographie und ihre Auswirkungen auf das menschliche Gehirn. Die Doktorandin Stephanie Antons will untersuchen, inwiefern sich Porno-Konsum auf die Handlungskontrolle auswirkt. Es geht unter anderem darum, Menschen zu helfen, die pornosüchtig sind.

Professor Matthias Brand betreut diese Studie. Er sagt: "Diese Sucht kann für die Betroffenen und deren Familien sehr belastend sein. Deswegen ist es wichtig, dass wir in der Forschung mehr über die Ursachen erfahren."

"In früheren Studien konnten wir nachweisen, dass beim Betrachter das ventrale Striatum im Gehirn aktiviert wird, das ist ein Teil des Belohnungssystems des Menschen", sagt er. Es ist bekannt, dass Pornos süchtig machen können. Die Betroffenen schauen immer häufiger Pornos, auch wenn sie wissen, dass das etwa am Arbeitsplatz verboten ist.

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Dabei ist es ganz normal, dass sexuelle Reize das Belohnungssystem aktivieren. Ähnlich, so Brand, sei das auch wenn Menschen Essen betrachten oder Nahrung zu sich nehmen. Doch bei Sucht-Kranken reagiert das Gehirn besonders stark. So ist es etwa bei Alkoholikern. Das geht so weit, dass sie sich selbst nur noch schwer unter Kontrolle halten können. Sie bekommen "Craving-Symptome", also ein extremes Verlangen. Das setzt schon ein, wenn Alkoholiker Bilder von Alkohol sehen. Ähnlich könnte es auch bei der Porno-Sucht sein.

Die Studie besteht aus drei Teilen. Mit einem Online-Fragebogen wird zunächst festgestellt, welche potenziellen Probanden im zweiten und dritten Teil an den Laborversuchen teilnehmen können. Dabei wird die Teilnahme an der bis zu dreistündigen Untersuchung im Labor bezahlt.

Gesucht werden ausschließlich heterosexuelle Männer. Brand sagt: "Wir haben in anderen Studien auch Frauen und homosexuelle Männer untersucht." Allen Teilnehmern wird Anonymität zugesichert. Der entsprechende Aufruf ist auf der Internetseite des Lehrstuhls erschienen. Für die Laborversuche werden die Teilnehmer nach Duisburg und Essen eingeladen. Probanden aus der Region sind daher besonders erwünscht, so Brand.

Für die Studie gucken die Probanden allerdings keine Pornos. Stattdessen werden ihnen Bilder mit entsprechenden pornografischen Inhalten gezeigt, erst am Computer und danach im MRT. Dabei messen die Forscher die Hirnströme beim Betrachten dieser Bilder.

Die Porno-Sucht hängt stark mit Internetnutzung zusammen, erklärt der Professor. Die Sucht könnte unter Umständen so stark werden, dass ein Betroffener Pornos am Arbeitsplatz ansieht, auch wenn er weiß, dass er dadurch seinen Job verliert. Andere Süchte, wie Internet-Spielsucht, die krankhafte Abhängigkeit von Sozialen Netzwerken und Internet-Shopping-Sucht werden ebenfalls aktuell erforscht.

(woa)
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