Duisburg: Polizisten lernen Umgang mit Dementen

Duisburg : Polizisten lernen Umgang mit Dementen

Ein Seminar soll Beamten, die in ihrem Beruf mit Alzheimer-Patienten zu tun haben, helfen.

Eine verwirrte alte Dame läuft desorientiert durch die Stadt und fällt anderen Passanten auf; der an Demenz erkrankte Mann glaubt, er wird bestohlen und erkennt seine ihn pflegende Ehefrau nicht und wird ihr gegenüber aggressiv. Das sind zwei Situationen von vielen, in denen die Polizei Duisburg mit an Demenz erkrankten Menschen in Kontakt kommt und entscheiden muss, was weiter zu tun ist. Im Rahmen einer Schulungsreihe werden die Beamten nun auf den Umgang mit diesen Kranken vorbereitet. Die heute beginnende Schulung wird im Rahmen des Projektes "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz" durchgeführt. Hier kooperieren die Alzheimer-Gesellschaft Duisburg und das Demenz-Forschungszentrum der Alexianer Krefeld, um die Mitarbeiter von öffentlichen Einrichtungen, Firmen und Betrieben, ihre Mitarbeiter zum Thema "Demenz" ´fit´ zu machen.

Inhalte der Schulung sind grundlegende medizinische Kenntnisse über das Krankheitsbild zu vermitteln und auf dieser Basis erste Anzeichen wahrnehmen zu können, um die veränderte Situation zu beurteilen und darauf angemessen zu reagieren.

Außerdem werden den Teilnehmern Anlaufstellen des Duisburger Hilfenetzwerkes vorgestellt, damit sie in der Lage sind, einem Menschen mit Demenz Hilfen zu vermitteln oder als betroffener Angehöriger selber Hilfe zu erhalten. Ebenso sollten Mitarbeiter auf eine solche Situation im privaten, familiären Umfeld vorbereitet sein. Denn wenn Angehörige an Demenz erkranken, kann sich das negativ auf die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und auf die eigene Gesundheit auswirken. Von den rund 490 000 Duisburgern sind etwa 100 000 über 65 Jahre alt. Laut Schätzungen sind hier derzeit circa 7000 Menschen an Demenz erkrankt, mit der Prognose eines deutlichen Anstiegs aufgrund der demographischen Entwicklung. Die Wahrscheinlichkeit, mit demenzkranken Menschen im Beruf oder Angehörigen konfrontiert zu werden, steigt entsprechend. Referenten der Schulung "Menschen mit Demenz - Umgang und Kommunikation" sind zum Beispiel Dieter Scharff, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie der Alexianer Krefeld und Dr. Horst Wimmershoff, stellvertretender Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Duisburg. Auch Orla-Maria Wunderlich, stellvertretende Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft Duisburg, wird ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Teilnehmer weitertragen.

Bei der Schulung werden grundlegende medizinische Kenntnisse vermittelt, Möglichkeiten des Umgangs geschult, und auch über Behandlungs- und Hilfsmöglichkeiten in der Stadt wird informiert. Auf diesem Wege sollen die Teilnehmer mehr Sicherheit gewinnen im Umgang mit Menschen mit Demenz, allgemeine Vorbehalte gegenüber der Krankheit verlieren und eine Möglichkeit erhalten, Betroffene oder Angehörige in das psychosoziale und medizinische Hilfssystem zu vermitteln.

Falls andere Duisburger Unternehmen Interesse an einer Schulung zum Thema Demenz haben, können sie sich an die Geschäftsstelle der Alzheimer-Gesellschaft Duisburg, Telefon 0203 3095-104, e-mail: "mailto:info@alzheimer-duisburg.de" , wenden.

(RP)