Duisburg: Polizist legt Widerspruch gegen Strafe ein

Duisburg : Polizist legt Widerspruch gegen Strafe ein

Der Fall des Polizisten, der im vergangenen Jahr bei dem Tumult-Einsatz in Bruckhausen einen Autofahrer getreten und verletzt haben soll, kommt nun doch noch vor Gericht. Der Beamte hat gegen seinen vor zwei Wochen vom Amtsgericht Ruhrort verfügten Strafbefehl Einspruch eingelegt, sagte eine Gerichtssprecherin. Damit kommt es zu einer Hauptverhandlung. Ein Termin steht noch nicht fest.

Die Staatsanwaltschaft hatte wie berichtet gegen den Beamten wegen Körperverletzung im Amt eine zur Bewährung ausgesetzte Gefängnisstrafe beantragt. Das Ruhrorter Amtsgericht hatte dem zugestimmt. Der Duisburger Polizist ist nach wie vor von seinen Dienstpflichten entbunden.

Bei dem Einsatz am 25. Juni vergangenen Jahres war die Kontrolle eines falsch geparkter Autos durch eine Polizeistreife eskaliert. Als sich der betroffene Autofahrer Mehmet K. nicht ausweisen wollte, wurde er in einem Hausflur von Polizisten überwältigt und zu Boden gebracht. Dabei soll der Beamte dreimal zugetreten und Mehmet K. damit verletzt haben.

Währenddessen hatten sich auf der Straße laut Polizei bis zu 250 Menschen versammelt, die den Einsatz störten oder sogar verhindern wollten. Gegen den mutmaßlichen Falschparker war wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt worden.

Er hatte gegen den Strafbefehl über eine Geldstrafe von fast 5400 Euro ebenfalls Einspruch eingelegt. "Ich möchte eine öffentliche Verhandlung, ich will nicht, dass sich jemand rausreden kann", hatte er erklärt. Von dem Vorfall in Bruckhausen gab es etliche Videobeiträge im Netz. Ein Passant hatte beispielsweise mit seinem Handy die Szene gefilmt, in der die Polizisten den Autobesitzer aufforderten, seinen Wagen wegzusetzen, er aber demonstrativ zum Kofferraum seines Fahrzeuges ging, um eine schwere Pumpe herauszuholen und zum Haus zu tragen. Zu sehen war dort auch, dass der Polizeibeamte, der nun vor Gericht stehen wird, versuchte, ihn aufzuhalten.

(RPN)