Duisburg: Polizeipräsidentin zentralisiert Bürgerservice

Duisburg: Polizeipräsidentin zentralisiert Bürgerservice

Im neu gestalteten Foyer des Polizeipräsidiums hängt ein Gemälde des Duisburger Künstlers Gerhard Losemann.

Für Polizeipräsidentin Elke Bartels bedeutet die abstrakte Kunst mit dem Titel "11. September 2001" Blickfang und Arbeitsauftrag gleichermaßen: "Das Bild ist modern, das passt. Und das Bild macht deutlich, wie wichtig die innere Sicherheit für eine Gesellschaft ist. Dies ist unser Auftrag." Um effektiver zu werden, hat Bartels allerdings Teile des Bürgerservice zentralisiert. Wer in Duisburg künftig persönlich etwas zur Anzeige bringen will, soll zum Präsidium an der Düsseldorfer Straße kommen.

"Damit wollen wir die Kollegen im Wachdienst entlasten und gleichzeitig lange Wartezeiten für die Bürger vermeiden", sagte Bartels gestern bei der offiziellen Eröffnung des modernisierten Foyers. Durch den Personalabbau und die gleichzeitige Priorität bei Einsätzen müsste der Bürgerservice in den Polizeiwachen häufig zurückstehen. "Durch den Zentralen Anzeigeaufnahmedienst wird dieses Problem behoben", verspricht Bartels.

Selbstverständlich gibt es bereits eine eingängige Abkürzung für den neuen Dienst — ZAD. 16 Polizeibeamte werden nun für mindestens ein halbes Jahr ausschließlich Strafanzeigen oder Verkehrsunfälle aufnehmen. Bartels spricht bereits von einer "Win-Win-Situation": "Auch für unsere Mitarbeiter ist das eine große Chance. Sie sind aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr im normalen Wachdienst einsetzbar. Mit dem ZAD gibt es nun eine wirklich sinnvolle Aufgabe." Zwar werde auch weiterhin niemand an den dezentrale Wachen abgewiesen: "Aber ganz klar: Dort muss man sich noch mehr auf lange Wartezeiten einstellen", sagt Bartels.

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Bereits im April gestartet, sei der Dienst gut angenommen worden: 339 Strafanzeigen und 38 Verkehrsunfallanzeigen wurden angenommen, "jetzt kommt es darauf an, dass die Bürger weiter mitmachen".

Den für den ZAD abgestellten Beamten gefällt die neue Aufgabe offenbar: "Ein schöner Arbeitsplatz. Das neue Foyer ist hell und freundlich", sagt Oberkommissar Detlef Röcker. Tatsächlich ist der Eingangsbereich nicht mehr mit dem dunklen Schlauch der Vergangenheit vergleichbar. "Als ich hier anfing, hatte ich ein beklemmendes Gefühl", erinnerte Bartels an ihre ersten Wochen im neuen Amt. Die Umgestaltung des Foyers sei eine von vielen Baustellen gewesen, die sie im Präsidium gefunden hätte. "Doch dabei lag die Priorität ganz oben. Umso glücklicher bin ich, dass sich die Renovierung zeitnah umsetzen ließ."

(RP/rl)
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