Clankriminalität Polizei durchsucht Bars und Restaurants in Duisburg

Duisburg · Die Duisburger Polizei hat am Donnerstagabend wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit und Geldwäsche in der Altstadt Restaurants und Cafés kontrolliert. Sie bekam dabei Unterstützung von Zoll, Ordnungsamt und Steuerfahndung.

Clankriminalität: Duisburger Polizei durchsucht Bars und Restaurants
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Duisburger Polizei durchsucht Bars und Restaurants

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Foto: Christoph Reichwein (crei)

Am Donnerstagabend hat die Duisburger Polizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft, der Stadt, dem Zoll und der Steuerfahndung im gesamten Stadtgebiet Kontrollen zur Bekämpfung der Clankriminalität durchgeführt. Insgesamt wurden neun Gewerbeobjekte durchsucht. Dabei handelte es sich um Cafés, Shisha-Bars, ein Wettbüro und eine Spielhalle.

Die Beamten überprüften die Identität von fast 70 Personen. Zwei davon wurden mit Haftbefehl gesucht, konnten diesen jedoch durch Zahlung einer Geldsumme vor Ort abwenden. Bei vier Männern besteht der Verdacht des illegalen Aufenthalts in der Bundesrepublik Deutschland. Zwecks weiterer Überprüfungen durch das Ausländeramt Duisburg nahm die Polizei sie vorläufig fest.

In einem Café verhielt sich ein Gast so aggressiv, dass er einen Platzverweis erhielt. Eine Mitarbeiterin des Zolls und eine Beamtin der Stadt Duisburg beleidigte der Gast eines anderen Cafés. Entsprechende Strafanzeigen fertigten Polizeibeamte im Nachgang.

Die Steuerfahndung kontrollierte in sieben Objekten die Kassenabrechnung. Wegen des Verdachts der Schwarzarbeit fertigte der Zoll eine Strafanzeige. Darüber hinaus erhoben Beamte des Zolls vier Verwarngelder. In zwei Fällen stellten sie unversteuerten Wasserpfeifentabak sicher und fertigten dazu Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Mitarbeiter der Stadt Duisburg fertigten unter anderem wegen Verstößen gegen das Nichtraucherschutzgesetz acht Ordnungswidrigkeitenanzeigen und erhoben drei Verwarngelder. Weil in einem Café eine Notausgangstüre verschlossen war und in einem weiteren unter anderem Minderjährige an einem Glücksspielautomaten spielten, schlossen die Kontrolleure beide Objekte.

Ziel des Einsatzes war laut Polizei die fortgesetzte Aufdeckung von Clanstrukturen. Auch im Jahr 2020 soll es immer wieder behördenübergreifende Kontrollen dieser Art geben. Es gehe darum, durch viele kleine "Nadelstiche" Clanmitgliedern die Grenzen aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass die Strafverfolgungsbehörden deren kriminelle Machenschaften im Auge haben.

Die Polizei bestätigte den Einsatz am Freitagmorgen. „Es ging dabei um die gesamte Bandbreite an Vergehen, die mit dem Feld der sogenannten Clankriminalität zu tun haben“, sagte Polizeisprecher Jonas Tepe. „Wir wollen in dem Milieu Präsenz zeigen.“

(th)
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