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Duisburg: "Polizeichef muss weg"

Duisburg : "Polizeichef muss weg"

Der CDU-Parteivorsitzende Thomas Mahlberg wirft Rolf Cebin vor, der Stadt mit seinen Äußerungen zur Loveparade geschadet zu haben und hat gestern den Innenminister gebeten, einen neuen Polizeichef für Duisburg zu benennen.

Die Kritik an der Arbeit von Rolf Cebin wächst. "Jahrelang hat er uns erklärt, in Duisburg würde es keine organisierte Kriminalität geben. Und dann hatten wir plötzlich sechs tote Italiener", so Mahlberg. Weit über Deutschland hinaus habe Duisburg da schlechte Schlagzeilen gemacht. Im vorigen Monat dann der Skandal mit den abgehängten Israel-Fahnen. "Da hat sich Herr Cebin so ungeschickt verhalten, dass außerhalb Duisburgs wiederum ein sehr negatives Bild der Stadt entstanden ist."

Und nun seine Äußerungen zur Loveparade: "Es reicht!" Das Fass des Erträglichen habe er damit überlaufen lassen, dass er sich unqualifiziert und öffentlich zu dieser Veranstaltung geäußert habe. "Völlig unabgestimmt nimmt er hier Stellung zu einem Thema, mit dem sich Stadtspitze und Kommunalpolitik bislang allenfalls am Rande befasst haben und erweckt den Eindruck, als wolle sich Duisburg aus der Verantwortung ziehen." Cebin habe damit eindeutig seine Kompetenzen überschritten. "Ich wünsche mir, dass der Innenminister nun die Konsequenzen zieht, auf die die Duisburger schon seit den Anti-Israel-Demos warten", so Mahlberg. "Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen", heißt es in dem Brief Mahlbergs an den Innenminister wörtlich.

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Wie berichtet hatte Cebin schriftlich mitteilen lassen: "In Duisburg eine Veran taltungsfläche für 500 000 oder mehr Menschen zu finden, inklusive eines geordneten An- und Abreiseverkehrs, ist nicht einfach." Eine Veranstaltung dieser Größenordnung habe einen entsprechend großen Polizeieinsatz zur Folge. Thomas Mahlberg wird am Montag mit dem Vorstand der Duisburger CDU über das Thema Loveparade reden "Wir werden einen Beschluss fassen, dass wir die Veranstaltung 2010 ausrichten wollen." Aus Sicht von Mahlberg macht es Sinn, die Stadtautobahn für die Raver-Parade zur Verfügung zu stellen. "Ich denke da an den Abschnitt bis Wanheimerort."

Partymeile A 59

Auf der gesperrten Autobahn wäre genug Platz, um die Wagen fahren zu lassen, die dann an der Kulturstraße von der A 59 abgeleitet werden." Danach könne es vor dem Stadion, besser noch auf dem (bis dahin noch) brachliegenden Bahnhofgelände das große Abschlussfest geben. Die Vorteile lägen auf der Hand: Dort könne gefeiert werden, ohne dass die Party Anwohner stört. Die Anreisenden hätten einen kurzen Weg vom Bahnhof zur Festmeile und zum Partygelände. Und alle logistischen Probleme eines solch großen Events ließen sich hier besser in den Griff bekommen als an anderen Standorten in der Stadt.

(RP)