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Duisburg: Polizei warnt vor Autoknackern

Duisburg : Polizei warnt vor Autoknackern

Navigationsgeräte, Bargeld, Handys: In Duisburg gab es im vergangenen Jahr 3587 Diebstähle aus Fahrzeugen. Im Januar und Februar registrierte die Polizei 410 Fälle. Die Ermittler raten, Wertsachen nicht im Wagen zu lassen.

Die Gelegenheit ist denkbar günstig: Ein Auto parkt am Straßenrand, der Besitzer ist weit und breit nicht zu sehen. Die Aktentasche mit dem teuren Laptop liegt auf dem Beifahrersitz, das mobile Navigationsgerät klemmt in der Halterung an der Windschutzscheibe. Kriminelle zögern da nicht lange. Schnell ist eine Scheibe eingeschlagen, Laptop und Navi wechseln den Besitzer.

Wie aus der aktuellen Kriminalstatistik hervorgeht, ist die Zahl der Autoaufbrüche in Duisburg im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge angestiegen. Die Polizei registrierte 3587 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen; das entspricht einem Anteil von 6,5 Prozent der Gesamtkriminalität. Mit einer Zunahme von 13 Prozent liegt Duisburg deutlich über dem Land (6,8 Prozent). Die Aufklärungsquote (6 Prozent) ist niedrig.

Nobelmarken im Visier

Auch im laufenden Jahr treiben die Autoknacker weiter ihr Unwesen. Die Duisburger Polizei berichtet von 410 Fällen im Januar und Februar. "Der Markt ist offensichtlich nicht gesättigt", bemerkt der Leiter der Kriminalpolizei, Rolf Rainer Jaeger. Organisierte Banden aus Osteuropa hätten es insbesondere auf festinstallierte Navigationsgeräte aus Autos der Nobelmarken Audi, BMW oder Mercedes abgesehen. "Damit lassen sich relativ hohe Preise erzielen", sagt Jaeger.

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Mobile Navis und andere Wertsachen wie Radios, Bargeld, Handtaschen, Handys oder Laptops sind dagegen oft die Beute von Gelegenheitsdieben und Junkies. Laut Statistik ist der Anteil von Konsumenten harten Drogen unter den ermittelten Tätern im Jahr 2011 mit rund 30 Prozent leicht gestiegen. Die Polizei zählt Autoaufbruch daher indirekt zur Beschaffungskriminalität.

Sprecher Stefan Hausch warnt eindringlich davor, Wertgegenstände offen im Fahrzeug liegen zu lassen. "Das Auto ist kein Tresor", sagt er. Und die Täter gehen nicht zimperlich vor: In der Regel schlagen sie eine Seitenscheibe ein, um an die Beute zu gelangen. An Position zwei der Aufbruchmethoden steht das "Schlossstechen": Dabei wird eine Tür mittels eines spitzen Gegenstandes, häufig ein Schraubenzieher, geöffnet.

Im Internet (www.polizei-beratung.de) gibt die Polizei Tipps, wie man sich vor Diebstahl schützen kann. Demnach sollte nicht nur das Navi selbst, sondern auch die Halterung nicht von außen erkennbar sein. Diebe würden Autos auch aufbrechen, wenn sie nur die Halterung sehen. Bei fest installierten Systemen rät die Polizei, alle abnehmbaren Bedienelemente und Datenträger (CDs oder SD-Karten) mitzunehmen.

Um den Ermittlern die Arbeit zu erleichtern, sollten die Geräte fotografiert werden, bei Diebstahl können sie so besser zugeordnet werden. Empfehlenswert ist darüber hinaus, die Gerätenummer des Navis zu notieren. Hat es keine Nummer, sollte es gekennzeichnet werden.

(RP/rl)