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Polizei stellt Unfallstatistik vor: Polizei sorgt sich um Senioren

Polizei stellt Unfallstatistik vor : Polizei sorgt sich um Senioren

Die Polizei Duisburg hat am Montag ihre Zahlen zu den Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr veröffentlicht. Die Stimmung war den positiven Zahlen angepasst, Sorgen macht sich die Polizei aber trotzdem.

"Wir haben keine schlechten Zahlen zu verkünden", sagte Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels zu Beginn des einberufenen Pressetermins, bei dem die Verkehrsunfallstatisitk des Jahres 2012 im Mittelpunkt stand. Die Fakten bestätigten das: 14.892 Unfälle hat es in den zwölf Monaten gegeben, das macht einen Rückgang von 3,13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (15.373). Dabei ereigneten sich die meisten Unfälle in Alt-Hamborn (230), Marxloh (211), Hochfeld (208) und im Dellviertel (229).

Bei den Schwerverletzten wurde die Bilanz jedoch getrübt: Insgesamt 12 Tote hatte die Stadt aufgrund von Verkehrsunfällen in 2012 zu vermelden, acht mehr als in dem Jahr zuvor. Auch Bartels fand kritische Worte: "Diese Bilanz ist natürlich sehr schade. 2011 war die Zahl gut, aber letztlich waren das auch vier zu viel." Zeitgleich betonte die Präsidentin aber, dass "diese Unfälle wenig mit Präventionsarbeit zu tun haben. Lediglich einer der Verunglückten hatte die Geschwindigkeitsgrenze überschritten."

"Darauf bin ich besonders stolz"

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Hingegen konnte die Polizei bei zwei weiteren Auswertungen glänzen: Einerseits gab es rund ein Fünftel weniger verletzte Kinder — 136 waren es 2012, 2011 verletzten sich 165 Kinder. "Dies ist ein wichtiger Aspekt für uns und wir freuen uns, dass dieser Wert deutlich zurückgegangen ist", kommentierte Bartels die Statistik.

Ebenso erfreut zeigte sie sich bei der Auswertung der Verkehrsunfälle mit Flucht und Personenschaden. Die Aufklärungsquote liegt da bei sage und schreibe 72,15 Pronzent und übertrifft damit den Landesdurchschnitt um fünf Prozent. Außerdem wurde die erfolgreiche Quote von 2011 damit noch einmal verbessert (70,07 Pronzent). Passend resümierte Bartels: "Darauf bin ich besonders stolz".

Peter Hilp, Leiter Direktion Verkehr, erklärte wie man zu solchen Werten kommt: "Wir haben bereits vor rund zwei Jahren das System überarbeitet und gezielt Mitarbeiter darauf angesetzt. Unser Ziel ist es, diesen Wert zu halten".

Sorge um Senioren

Zwar gelang dieses Unterfangen bei der Anzahl der verunglückten Senioren (204), zufrieden sind Bartels und Co. aber keinesfalls. "Sie Senioren machen uns ein wenig Sorgen. Die Mobilität hat dort deutlich zugenommen, das Fahrrad ist mittlerweile ein Sportobjekt, nicht mehr ein einfaches Fortbewegungsmittel", erklärt Hilp. Insgesamt 40 Tote bzw. Schwerverletze sind in dieser Statistik vertreten. Zudem würden so genannte E-Bikes, also elektronisch angetriebene Fahrräder, für mehr Gefahr im Straßenverkehr sorgen, so Hilp.

Auch die Fahrradfahrer in Duisburg wurden ausführlich thematisiert, mehr als 50 Prozent der Radler seien bei Unfällen mitschuldig. Außerdem würde die Zahl der Fahrradunfälle stetig steigen. Die Zahlen bestätigen das: 423 Unfälle, davon 56 Schwerverletzte, zählte die Polizei im vergangenen Jahr — so viel wie seit sechs Jahren nicht mehr. Sowohl bei den Senioren als auch bei den Fahrradfahrern kündigte Bartels Präventionsmaßnahmen an.

Geringe Geschwindigkeit, weniger Unfälle

Angesprochen wurde auch das "Problemkind" B288. Dort, so Bartels, seien der Polizei aber größtenteils die Hände gebunden: "Wir können nur vermehrt Kontrollen durchführen, der Landesbetrieb Straßen ist dafür eigentlich verantwortlich."

Eben jene Geschwindigkeitskontrollen will die Polizei Duisburg aber auch in der Zukunft forcieren. Neben dem Blitzmarathon wolle man auch ein stadtinternes Projekt starten, um der Raserei auf den Straßen bestmöglich zu begegnen. "Es werden sich weniger Unfälle ereignen, wenn man langsamer fährt", so Bartels selbstbewusst.