Duisburg: Polizei-Show im Forum

Duisburg: Polizei-Show im Forum

Zerschmetterte Windschutzscheibe, geborstener Rahmen, die Fahrerseite bis in die Mitte des Autos eingedrückt - geschockt blieben die Passanten gestern vor dem völlig zerstörten Unfallfahrzeug vor dem Forum Duisburg stehen. "Was ist denn hier passiert?” fragt eine neugierige Passantin.

Tatsächlich ist hier nichts passiert. In dem Wagen, der auf dem Kalkweg zu Schrott gefahren wurde, sind damals ein junger Fahrer und seiner Beifahrerin verunglückt, erklärt Wolfram Elsner, Polizeidirektor der Polizei Duisburg. Was alles passieren kann, wenn Verkehrsteilnehmer ihre Fähigkeiten überschätzen und die Gefahr unterschätzen, das zeigte die Polizei gestern im Rahmen der Kampagne "Komm gut an! Sieger rasen nicht!” des Innenministeriums des Landes NRW mit einem Aktionstag. "Wir möchten vor allem junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren erreichen”, so Karl Peter Brendel, Staatssekretär im Innenministerium. "Die Statistik zeigt, dass junge Fahrer doppelt so oft verunglücken wie ältere Verkehrsteilnehmer ­ oftmals durch zu schnelles Fahren.” Dabei seien viele Unfälle vermeidbar: Angepasste Geschwindigkeit und eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten könnten helfen, gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Viele Info-Stände

Trotz einer guten Statistik in Duisburg mag sich hier niemand auf seinen Lorbeeren ausruhen, wie Polizeipräsident Rolf Cebin deutlich macht. "Wir möchten die Zahlen noch verbessern”, sagt er. 2009 erzielte Duisburg im Bereich Verkehrsunfälle das beste Ergebnis seit zehn Jahren. "Es gab zehn Unfalltote. Das mag nach wenigen aussehen, tatsächlich aber ist jeder Tote oder Verletzte einer zuviel”, so Polizeidirektor Wolfram Elsner.

Interaktive Module und eine Vielzahl von Informationsständen lockten Jugendliche und Neugierige ins Forum. Besonderes Highlight war der Überschlagssimulator. Friedhelm Grannemann erklärte den Jugendlichen, wie sie sich nach einem Überschlag aus dem Auto befreien, ohne sich zu verletzen.
Der 18-jährige Emanuel Schaffer hat noch keinen Führerschein, er hat jedoch nach dem Überschlag schon seine Lehre gezogen. "Alles dreht sich, das Blut steigt in den Kopf, Adrenalin pur. Das möchte ich in Wirklichkeit nicht erleben!” Verkehrssicherheitsdirektor Georg Mosler ließ Passanten Bremswege schätzen. "Fast alle verschätzen sich.” Im schlimmsten Fall kostet ein solcher Irrtum ein Menschenleben. Ausprobieren und ansehen hieß es auch beim Schießen mit der Radarpistole und diversen Computersimulationen. Zudem standen Fahrlehrer, Notfallseelsorger, die Dekra und die Feuerwehr Rede und Antwort. Über mangelndes Interesse mussten sie sich gestern nicht beklagen.