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Duisburg: Polizei-Großeinsatz nach Schüssen auf Rocker

Duisburg : Polizei-Großeinsatz nach Schüssen auf Rocker

Der Rocker-Konflikt im Ruhrgebiet zwischen Hells Angels sowie den Bandidos und der niederländischen Gruppe Satudarah geht weiter: Gegen 17.30 Uhr sind am Sonntag auf einem Parkplatz eines Schnellrestaurants an der Bahnhofsstraße in Oberhausen-Sterkrade mehrere Schüsse gefallen.

Ein 23-jähriger Mann, der der Rockergruppe Hells Angels zugeordnet wird, brach von zwei Kugeln im Bauch getroffen zusammen. Selbstständig fuhr der Verletzte ins St.-Johannes-Krankenhaus im Duisburger Stadtteil Hamborn.

Dort wurde er sofort operiert und befand sich am späten Abend bereits außer Lebensgefahr. Genauere Angaben zu dem Mann konnte die Polizei am Sonntagabend noch nicht machen. Es wurde eine Mordkommission gegründet. Von dem Schützen fehlt trotz Großfahndung jede Spur. Die Ermittler vermuten, dass es sich bei dem Täter um ein Mitglied der Bandidos oder der Satudarah-Rocker handelt.

Diese beiden Clubs sind mit den Hells Angels verfeindet. Die Nachricht von einem erneuten Angriff auf einen der ihren machte unter den Hells Angels schnell die Runde. Laut Polizeiangaben kamen bis zu 70 Rocker zu dem St.-Johannes-Krankenhaus und versammelten sich auf dem Parkplatz der Klinik. Viele von ihnen trugen die typische Rockerkluft der "Höllenengel". Die Duisburger Polizei, seit Tagen mit großem Aufgebot gegen die Rocker im Einsatz, sicherte die Zufahrt zum Krankenhaus mit dutzenden Mannschaftswagen ab. "Wir versuchen im gesamten Stadtgebiet, die Gruppen voneinander fernzuhalten", sagte ein Sprecher. "Wir befürchten aber, dass es in der Nacht zu Montag zu Auseinandersetzungen kommt."

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Deshalb postierte sich die Polizei mit ihren Einsatzkräften nach Bekanntwerden der Schießerei an allen bekannten Treffpunkten der Rocker im Stadtgebiet. So wurde das Vereinslokal der Bandidos, das "Fat Mexican", mit fünf Mannschaftswagen abgeschirmt. Doch gestern Abend waren dort alle Lichter dunkel.

Anders in Rheinhausen am Vereinslokal der Satudarah-Rocker an der Friedrich-Ebert-Straße. Teile der Straße wurden von der Polizei abgesperrt, Fahrzeuge wurden kontrolliert, der Verkehr wurde umgeleitet — alles, um ein Aufeinandertreffen der verfeindeten Rocker zu verhindern. "Wir können aber nicht überall sein", sagte der Sprecher. Schon Samstag- und Freitagabend hat die Polizei mehrere Rockertreffs in der Stadt intensiv kontrolliert. Der Konflikt schwelt seit Wochen.

Am Dienstag ist das Klinik-Personal weiterhin in höchster Alarmbereitschaft. Der verletzte Rocker befindet sich auf der Intensivstation. Das Personal ist aufgefordert, bei der kleinsten Störung von außen die Polizei zu rufen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bandidos wechseln zu Hells Angels in Krefeld

(pst/csi)