Polizei Duisburg erwägt Umzug zum alten Güterbahnhofsgelände

Neuer Standort gesucht : Duisburger Polizei hat Interesse am alten Güterbahnhofsgelände

Auf der Suche nach Ersatz für die marode Polizei-Unterkunft in Neudorf rückt das von der Gebag erworbene Güterbahnhofsgelände in den Fokus der Verantwortlichen.

Auf der Suche nach dringendem Ersatz für den seit Jahren maroden, wie sanierungsbedürftigen Standort der Polizei an der Fraunhofer Straße in Neudorf rückt jetzt das von der Gebag kürzlich erworbene ehemalige Güterbahnhofsgelände in das Zentrum des Interesses. Polizeipräsidentin Elke Bartels bestätigte ein grundsätzliches Interesse ihrer Behörde an einer Verlagerung der in der maroden Neudorfer Polizeikaserne untergebrachten zehn Abteilungen mit rund 400 Polizeibeschäftigten. Dazu führe sie auch mit Gebag-Chef Bernd Wortmeyer, Gespräche. Es geht um eine gut 14.000 Quadratmeter große Mietfläche für Büros aller Art und Stellplätze für einen Fuhrpark von gut 400 Polizei-Fahrzeugen aller Art.

Grundsätzlich sucht die Duisburger Polizei in einem Radius von fünf Kilometern um ihren Standort Neudorf eine moderne passende Mietimmobilie. Da sei dann natürlich das alte Güterbahnhofsgelände, das jetzt nicht mehr einem Berliner Möbel-Mogul, sondern der städtischen Gebag gehört, ins Blickfeld des Interesses geraten. Aber, so Bartels, es kommen auch Brachflächen in Hochfeld und in Wanheimerort in Betracht.

Seit ihrem Dienstantritt in Duisburg im Herbst 2010, so die Polizeipräsidentin, sei zunächst mit dem landeseigenen Baubetrieb BLB intensiv versucht worden, den Standort Neudorf zu erweitern und zu sanieren. Immer wieder habe entweder das Geld gefehlt oder seien Planungen verworfen worden. Bartels: „Und die Polizei in Duisburg ist in dieser Zeit gewachsen.“ Unter anderem kam ein vierter Zug der Einsatzhundertschaft hinzu, der jetzt ebenfalls an der Fraunhofer Straße in Neudorf unter „kaum vorstellbaren Bedingungen“ untergebracht sei – zusammen mit der Werkstatt, dem Fuhrpark, dem IT-Bereich, der Wasserschutzpolizei, der Verkehrsabteilung, dem Polizeiarzt, der Hundestaffel, der Schießanlage, der Aus- und Fortbildung samt einer Turnhalle. 400 der insgesamt 1900 Polizeibeschäftigten von Duisburg sind am Standort Neudorf stationiert. Und dies seit Jahren unter schlechten Bedingungen, in uralten Zweckbauten, zum teils verschimmelt, viel zu wenig Platz, unter schlechten sanitären Bedingungen.

Mittlerweile hat die Polizeipräsidentin die Raumplanung durch ihre eigene Behörde durchführen lassen. Der Zeitplan: Ende dieses Jahres 2019 will die Polizeipräsidentin die Planungen für den Ersatz Neudorf mit Ausschreibungen aller Art beginnen.

Bis dahin, bis zum Jahresende 2019, muss die Behördenchefin indes noch eine weitere, arbeitsintensive Umsiedlungen von Polizeidienststellen innerhalb des Stadtgebietes zum Abschluss bringen. Stichwort: Ein neuer Polizeistandort in Ruhrort. Hierhin werden bekanntlich die Wachen aus Homberg und Meiderich, sowie die Polizeiinspektion aus Hamborn (die Wache bleibt vor Ort) verlagert.

Zum Hintergrund: Auch diese Standorte befinden sich allesamt in miserablen Gebäuden. Zum Jahresende, so Bartels, werde ein langwieriges Ausschreibungsverfahren dann mit einem Mietvertrag über eine noch zu errichtende Immobilie (an bislang unbekanntem Standort) für die Polizei in Ruhrort zum Abschluss kommen. „Denn am 1. Januar 2021 will ich in Ruhrort gerne einziehen“, sagt Elke Bartels. Wann (und ob tatsächlich) von einem Umzug auf das Güterbahnhofsgelände die Rede sein wird, ist derzeit noch ungewiss.

(sten)
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