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Duisburg: Polizei droht Wachen-Schließung

Duisburg : Polizei droht Wachen-Schließung

Angesichts einer bevorstehenden Pensionierungswelle und konstant bleibenden Einstellungszahlen fehlen der Polizei ab 2020 landesweit 1800 Stellen. Auch in Duisburg drohe die Schließung einer Wache, so die Polizeigewerkschaft GdP.

Im Rahmen eines Gespräches im Café Museum erläuterten Vertreter der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kreisgruppe Duisburg, gestern den Landtagsabgeordneten Frank Börner (SPD), Petra Vogt (CDU) und Sarah Philipp (SPD) die Probleme, denen sich die Duisburger Polizei im Hinblick auf die bevorstehende Pensionierungswelle stellen muss. Wenn die Einstellungszahlen konstant bleiben, was der aktuelle Landeshaushalt vorsieht, und weiterhin 1400 Polizisten nach dreijähriger Ausbildung in Dienst gestellt werden können, stehen Duisburg im Jahr 2020 über 70 Beamte weniger zur Verfügung als im Moment.

"Das entspricht der Größenordnung von zwei Wachen, beispielsweise Rheinhausen und Buchholz", so Weert Albers, Vorsitzender der GdP Duisburg. Es sei nicht auszuschließen, dass angesichts dieser Entwicklung zumindest eine Wache geschlossen werden müsse. Landesweit werden insgesamt 1800 Stellen weniger besetzt sein. "Ab 2017 wird die Pensionierungswelle einsetzen", so Albers. Die Abgänge könnten durch die aktuellen Einstellungszahlen, die noch um durchschnittlich sieben Prozent Abbrecher bereinigt werden müssten, nicht aufgefangen werden. Ein weiteres Problem sei, dass die Polizei immer weniger Präsenz auf der Straße zeigen könne. "Wir sind jetzt schon größtenteils eine reine Einsatzpolizei. Streifenfahrten sind kaum noch möglich", so der Vorsitzende.

Um einen Personalabbau zu verhindern, müssten, so die GdP, künftig landesweit mindestens 100 bis 300 Polizisten mehr eingestellt werden. Die Politik will trotz der bevorstehenden Probleme an den aktuellen Zahlen festhalten. "Wir müssen die Schuldenbremse 2020 einhalten. Das muss man immer im Hinterkopf haben", sagte Sarah Philipps. Man könne aber im Rahmen der Haushaltsberatungen erwägen, die Brutto-Einstellungszahl auf 1500 zu erhöhen, um zumindest die vollen 1400 Stellen nach Abzug der Abbrecher besetzen zu können. "Dann hätte man zumindest einen Puffer von 100", so Philipps. Die CDU schlägt hingegen vor, 1000 Polizeiassistenten einzustellen, die der Polizei Büroaufgaben abnehmen sollen, um sie zu entlasten.

(RP/rl)