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Duisburg: Platanen-Streit erhitzt die Gemüter

Duisburg : Platanen-Streit erhitzt die Gemüter

Die geplante Fällung der Platanen an der Mercatorstraße erhitzt weiter die Gemüter. Am Samstag sammelten Grüne und der BUND Unterschriften, um die Bäume doch noch zu erhalten.

"Kahlschlag-Alarm" prangt es auf einem Flugzettel der Grünen, der am Samstag auf der Königstraße einige Menschen zum Grübeln brachte. Auf der Mercatorstraße sollen wie berichtet 28 alte Platanen im Zuge des Baus der Hauptverwaltung von Multi Development Germany und der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes abgeholzt werden. Bisher seien alle Planungen davon ausgegangen, dass die Platanen an dieser Stelle ganz oder zum großen Teil erhalten bleiben sollen, argumentiert dagegen Kerstin Ciesla, Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Duisburg.

Über 50 Duisburger standen auf Initiative des BUND mit Plakaten und Informationsblättern bereit und hofften auf zahlreiche Unterschriften, die der Stadtverwaltung Duisburg vorgelegt werden sollen. "Die Abholzung muss aufgehalten werden. Die Stadt schert sich einen Dreck um die Meinungen ihrer Bürger. Das haben wir schon in Bruckhausen und in der Zinkhüttensiedlung gesehen. Wir müssen ein Zeichen setzen und dürfen uns nicht alles gefallen lassen, was von oben herab entschieden wird", sagte Karin Gehrlich.

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Die vermeintlich kurzfristige Planungsänderung sorgt für Missmut unter den Duisburgern. "Obwohl die Straßenplanung noch nicht beschlossen wurde, hat die Mehrheit von CDU/SPD in der Bezirksvertretung Mitte der Abholzung aller alten Platanen zugestimmt", so Matthias Schneider, Sprecher der Grünen in Duisburg. "Wir fordern eine korrigierte Straßenbauplanung zum Beispiel nach dem "Spielstraßen-Prinzip" und umfangreiche und transparente Bürgerbeteiligung." Die Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz verdeutlichte die Bedeutung der 28 alten Platanen und zog damit einige Bürger mit der Menge an Unterschriften. "Die alten Platanen mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren sind prägend für das Stadtbild. Die großen Bäume sind wichtige Filter für die zu hohe Feinstaubbelastung, und die Bäume sind wichtige Schattenspender und sorgen für die Verbesserung des Kleinklimas in der City." Der Verlust von 28 großen Platanen könne durch die Neuanpflanzung von 30 kleinen Bäumen nicht annähernd ausgeglichen werden. "Die Bäume sollen bleiben. Vielleicht sind diese Menschen Banausen und sehen sowohl die optischen als auch die umweltschonenden Faktoren nicht. Wer diese Bäume einfach abholzt, den kann ich einfach nicht verstehen", äußerte sich Corinna van Melgen zu den Plänen an der Mercatorstraße.

Die Ratsmitglieder müssten überzeugt werden, und das ginge nur mit der Hilfe der Bürger. Sowohl Unterschriften, Leserbriefe in Zeitungen, Briefe an den Oberbürgermeister oder an die Ratsmitglieder könnten dabei helfen, die 65-jährige Baumgeschichte an der Mercatorstraße nicht einfach dem Erdboden gleich zu machen.

(RP)