Planfeststellung für A59 in Duisburg Sechsspuriger Ausbau – ein Tunnel ist nicht geplant

Duisburg · Das war aus Sicht vieler Duisburger wohl zu befürchten: Das Fernstraßen-Bundesamt (FBA) hat die Planfeststellung für den Ausbau der A 59 eingeleitet – und zwar in einem Abschnitt vom Kreuz Duisburg bis zum Kreuz Duisburg-Nord. Eine Tunnel-Variante ist nicht vorgesehen.

Noch verläuft die A59 hier vierspurig, künftig sollen es sechs werden.

Noch verläuft die A59 hier vierspurig, künftig sollen es sechs werden.

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Die Autobahn GmbH des Bundes plant den sechsstreifigen Ausbau der A59 von südlich des Autobahnkreuzes Duisburg (A40) bis zur Anschlussstelle Duisburg-Marxloh. Das Fernstraßen-Bundesamt (FBA) hat nun das Planfeststellungsverfahren dafür eingeleitet. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die Möglichkeiten für den Tunnelausbau der A59 im Duisburger Norden werden dabei wohl zunächst keine Rolle spielen. Wie berichtet erwägt die Stadt eine Klageerhebung. Sie hatte vorgeschlagen, ein zweiteiliges Verfahren zu starten. Dem hat der Bund aber wohl nicht entsprochen.

Ein zweiteiliges Verfahren wäre aber nach Auffassung der Stadt wichtig gewesen, Denn andernfalls könnte es passieren, dass die Nord-Süd-Achse länger gesperrt bleiben muss. Hintergrund ist die marode Berliner Brücke, deren Restlaufzeit bis 2029 begrenzt ist. Bis zu diesem Jahr muss also bereits ein Ersatzbau geschaffen sein. Damit das klappt, müsste damit schon bald begonnen werden.

Während der Bund der Auffassung ist, ein zweiteiliges Verfahren sei nicht möglich, hat der Münsteraner Fachjurist Prof. Olaf Bischopink, der die Stadt Duisburg in dieser Angelegenheit vertritt, diese Möglichkeit durchaus als machbar bezeichnet. Denn dann könne die Planfeststellung für den ersten Teil zügig erfolgen, während im nördlichen Bereich mit Klagen von betroffenen Eigentümern gerechnet werden müsse, die das Verfahren um Jahre verlängern könnten.

Von einer Zweiteilung ist aber nun in der aktuellen Mitteilung des Fernstraßenbundesamts keine Rede. Geplant sei vielmehr der Ausbau über eine Länge von rund sieben Kilometern einschließlich der Anpassungen der Autobahnkreuze Duisburg und Duisburg-Nord sowie der Anschlussstellen Marxloh, Alt-Hamborn, Meiderich und Ruhrort.

Hierbei müssten 70 Ingenieurbauwerke (41 Brücken, drei Trogbauwerke, 24 Stützwände sowie zwei Überplattungsbauwerke zum Schutz von Entsorgungsleitungen) errichtet werden. Außerdem sind neue Entwässerungsbauwerke und Lärmschutzwände geplant. Der Hinweis auf die Trogbauwerke lassen die Vermutung zu, dass auch eine Trogbauweise in Angriff genommen werden soll. Die „Überplattung“ hingegen dient nur dem Schutz von Leitungen und hat nichts mit einer Tunnelbauweise zu tun.

Nun erfolgt die Auslegung der Unterlagen. Die Auslegung wird vom 1. bis einschließlich 31. August im Stadthaus sowie in den Bezirksverwaltungen Walsum Hamborn und Meiderich/Beeck zu den üblichen Öffnungszeiten erfolgen. Zudem sind die Antragsunterlagen auf der Internetseite des FBA zu finden. Die Bekanntmachung und die Planunterlagen stehen zudem auf dem zentralen Internetportal des Bundes (www.uvp-portal.de) zur Verfügung.

Ziel solcher Auslegungen ist stets, etwaige Einwendungen vorzubringen, die dann von der durchführenden Behörde abgewogen werden. Sieht sie die Einwände als unbegründet an, bleibt nur noch der Klageweg.

Die bisherigen Bemühungen Duisburgs halfen alle nichts. So gab es einen Brandbrief an Bundesverkehrsminister Volker Wissing und Gespräche zwischen OB Link und Verkehrs-Staatsminister Luksic – alles vergeblich. Auch Mahmut Özdemir (SPD), Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hatte sich dem eigenen Bekunden nach für eine Tunnellösung stark gemacht. Genutzt hat es bisher offenbar nichts.

Dass städtebaulich ein Tunnel für Duisburg sicher wünschenswert wäre, bestreiten auch die zuständigen Behörden nicht. Hier gehe es aber zunächst um rein verkehrspolitische Dinge, und eine Tunnellösung sei deutlich teurer und verlängere das Vorhaben um viele Jahre.

(mtm)
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