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Duisburg: Pläne für Deponie in Baerl

Duisburg : Pläne für Deponie in Baerl

Der Krater auf der ehemaligen Bergehalde der Ruhrkohle AG in Baerl-Lohmannsheide soll mit "gering belastetem" Erdaushub aufgefüllt werden. Falls das genehmigt wird, würden über 15 Jahre hinweg 80 Lkw pro Tag anrollen.

Baerl Die RAG Aktiengesellschaft hat gestern bestätigt, dass es tatsächlich Pläne gibt, in Baerl-Lohmannsheide eine Deponie aufzuschütten. Geschehen soll dies auf dem Gelände der ehemaligen Bergehalde der Ruhrkohle AG in unmittelbarer Nähe zum Friedhof. Der dortige Krater soll mit Erdaushub der so genannten Deponieklasse I aufgefüllt werden – also Boden von Ausschachtungen aller Art in der näheren Umgebung, der als "gering belastet" eingestuft wurde (siehe Infokasten). "Es handelt sich dabei weder um Gift noch um Hausmüll", versichert Sprecherin Annika Edelmann.

Spielplätze und Wanderwege

Die ehemalige Bergehalde steht noch unter Bergaufsicht. "Diese soll beendet werden, und dafür muss die Fläche hergerichtet werden", erklärt Projektleiter Hermann Timmerhaus. Ihm schwebt vor, dass auf der Deponie einmal Spielplätze, Wanderwege und Pisten für Mountainbiker angelegt werden könnten. "Das ist bei einer Deponie der Klasse 1 problemlos zu machen", sagt er.

Da dies aber noch in ferner Zukunft liegt – rund 15 Jahre wird es dauern, bis der Krater aufgefüllt ist – will das Unternehmen offen lassen, was genau dort einmal angelegt wird. "Vielleicht wünschen sich die Stadt und die Bürger in 15 Jahren ganz andere Dinge", so Timmerhaus. Also will die RAG anbieten, die Endgestaltung der Deponie der Stadt Duisburg zu überlassen und lediglich die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen.

Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht. "Wir sind gerade erst eingestiegen in das Abstimmungsverfahren mit der Verwaltung und der Politik", sagt der Projektleiter. Selbst wenn sich alle einig sein sollten, rechnet er nicht mit einer Genehmigung vor 2013.

Über Moers und Verbandsstraße

Wenn es wirklich soweit kommt, werden über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg schätzungsweise 80 Lkw pro Tag in Baerl anrollen. Nach der Vorstellung der Planer sollen die Lastwagen nicht etwa über die nur einen Katzensprung entfernte Anschlussstelle Duisburg-Baerl, sondern über Moers-Nord und die besser ausgebaute Verbandsstraße fahren. "Wir wissen aber auch, dass man das keinem vorschreiben kann und Lkw-Fahrer sich ihre eigenen Wege suchen", sagt Timmerhaus. "Deshalb werden wir ein entsprechendes Verkehrskonzept entwickeln, um die Lastwagen auf jeden Fall aus den Wohngebieten herauszuhalten."

(RP)