Duisburg: Piano-Freunde zum Finale

Duisburg : Piano-Freunde zum Finale

Mit einem ausverkauften Konzert endete jetzt das Klavierfestival Ruhr. Das Publikum bejubelte den Weltklasse-Trompeter Till Brönner, der mit zwei Pianisten, einem Drummer und einem Bassisten auf der Bühne stand.

Das Klavier-Festival Ruhr 2012 ist Geschichte. In der ausverkauften Duisburger Mercatorhalle sorgte das Abschlusskonzert "JazzLine - ,My Piano Friends' (IV)" für gewaltigen Jubel.

Mit 51 500 Besuchern konnte das Rekordergebnis vom Vorjahr noch um 1000 Besucher übertroffen werden. Als vor anderthalb Jahren gegründete Stiftung steht das kulturelle Leitprojekt des Initiativkreis Ruhr im Jahr vor seinem 25-jährigen Bestehen bestens da, mit 55 privaten Sponsoren und sieben Zustiftungen.

Dr. Thomas Lange, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Klavier-Festival Ruhr und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Klavier-Festival Ruhr Sponsoring und Service GmbH, meinte dazu beim Abschlusskonzert, das zeige dass Festival-Intendant Prof. Franz Xaver Ohnesorg und sein Team wieder großartige Arbeit geleistet hätten und dass das Klavier-Festival Ruhr nicht am Ende, sondern am Anfang seiner Erfolgsgeschichte stehe.

Drei Stunden gute Musik

Wieder einmal hatte der junge, deutsche Meister-Trompeter Till Brönner zwei seiner bevorzugten Jazz-Pianisten eingeladen. Der eine war kurzfristig eingesprungen, nämlich der 1965 in Berlin als Sohn einer Afroamerikanerin und eines Franzosen geborene Jacky (eigentlich Jacques-Laurent) Terrasson.

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Umwerfend, wie er sich hier erstklassig in seinen Sphären bewegte: zwischen seinem musikalischen "Paten", dem vor 150 Jahren geborenen Claude Debussy, und mehr romantischen oder swingenden Richtungen. Der andere war der womöglich noch vielseitigere Vladislav Sendecki, geboren 1955 in Polen und seit 1995 Pianist der Bigband des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg. Hier hatte er sich für den Aspekt "folkiger Jazzrock" entschieden.

Das Ganze war mit Schubladen wie "Jazz" oder "Klassik" nicht zu fassen, sondern einfach drei Stunden gute Musik. Dazu trugen auch der Berliner Bassist Christian von Kaphengst und der Nürnberger Drummer Wolfgang Haffner bei. Dass die beiden ebenso kreative und reaktionsschnelle Musiker sind wie die "Stars" des Abends, merkt man nicht sofort, dann aber um so nachdrücklicher.

Bei einigen wenigen Sets kam auch Till Brönner hinzu und machte uns den Miles Davis. Ansonsten beschränkte er sich aber auf mehr oder weniger witzige Moderationen der Güteklasse "Keine Sorge, dies ist kein Keith-Jarrett-Konzert, hier dürft ihr auch mit Grippe und Fieber sein."

(hod)