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Philharmonisches Konzert in Duisburg: Das beliebte Gewürz-Stück

Philharmonisches Konzert in Duisburg : Das beliebte Gewürz-Stück

Im Rahmen der geltenden Beschränkungen war die Philharmonie Mercatorhalle beim dritten Philharmonischen Konzert in Duisburg ausverkauft. Besonders bejubelt wurde ein erfolgreiches Werk für Schlagzeug-Duo und Orchester.

Der Abend begann mit zwei brillanten und farbenreichen Kompositionen aus den USA: Zum einen die fünfminütige Ouvertüre zu „Candide“ (1956) von Leonard Bernstein und zum anderen die 40-minütigen Sinfonischen Tänze op. 45 von Sergej Rachmaninow. Das war 1940 sein einziges vollständig auf amerikanischem Boden entstandenes Werk, zugleich sein modernstes und überhaupt sein letztes. Es beschwört noch einmal den Glanz der im Ersten Weltkrieg untergegangenen Belle Époque, geht den Weg von der rauschenden Ballnacht zum Totentanz und erst am Schluss zum „Halleluja“. Sein Anfang ist bekannt als die Erkennungsmelodie der WDR-Wissenschafts-Sendung „Quarks“.

Noch mehr bejubelt wurde nach der Pause das Konzert für Schlagzeug-Duo und Orchester „Spices, Perfumes, Toxins!“ („Gewürze, Düfte, Gifte!“) – uraufgeführt 2006 in Tel Aviv unter der Leitung von Zubin Mehta – von dem 1975 in Israel geborenen Avner Dorman, der inzwischen auch in den USA lebt. Der Titel nennt Stoffe, die anregend, aber auch gefährlich und im schlimmsten Fall tödlich wirken können. Die Komposition selbst vereint Instrumente verschiedener Kulturen und Stilrichtungen. Der erste Satz „Spices“ wird beherrscht von kreisenden indischen Rhythmen. „Perfumes“, der zweite Satz, beruht auf dem, was Dorman „multikulturelle Polyphonie“ nennt: Hier gibt es Anklänge an barocke Arien ebenso wie an arabische Volksmusik und den Jazz, wobei der musikalische Verlauf den Weg vom Verführerischen zum Gefährlichen weist. Im Finale „Toxins!“  gibt es dann aggressive Rhythmen und leidenschaftliche Ausbrüche. Im ersten Satz stehen die Solisten an zwei Marimbaphonen, im zweiten Satz wechselt einer zum Vibraphon, im dritten erklingt dann eine Fülle an Instrumenten wie Trommeln und sogar Donnerblech.                  

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Generalmusikdirektor Axel Kober hatte die drei leicht zu hörenden, aber höllisch schwer zu spielenden Partituren sehr sorgfältig vorbereitet und entlockte den Duisburger Philharmonikern sehr engagierte Aufführungen. Vor allem die meisten Holzbläser meisterten wohlklingend ihre kniffligen Solostellen. Die sensationellen Solisten  waren eine Hälfte des auch in unserer Stadt bereits bestens bekannten Schlagzeug-Quartetts „Repercussion“: Rafael Sars, geboren  in den Niederlanden, war von 2014 bis 2019 Mitglied der Duisburger Philharmoniker, inzwischen ist er Solopauker  beim WDR-Funkhausorchester Köln, und Johannes Wippermann ist seit 2010 Erster Schlagzeuger im WDR Sinfonieorchester Köln. Nach ihrer rasanten Zugabe „Duo for One“ kannte der Jubel keine Grenzen mehr.  

Sehr viel gesetzter wird es im nächsten, vierten Philharmonischen  Konzert am 10. und 11. November, jeweils um 19.30 Uhr, zugehen. Auf dem Programm stehen dann nämlich zwei Werke von Johannes Brahms: „Ein deutsches Requiem“ für Soli, Chor und Orchester op. 45 (dirigiert von GMD Kober) sowie die a-cappella-Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“ op. 74 Nr. 1. Es singen Christina Landshamer (Sopran), Peter Mattei (Bariton) und die Audi Jugendchorakademie, einstudiert (und bei der Motette auch geleitet) von Sonja Lachenmayr. Karten (dann nur noch für Geimpfte und Genesene) gibt es am einfachsten per Mail an karten@theater-duisburg.de.