Duisburg: Philharmonische Filmmusik

Duisburg: Philharmonische Filmmusik

Das erste Erlebniskonzert der Duisburger Philharmoniker der neuen Saison im Theater namens "Klappe, die Erste" brachte Filmmusik vor allem der 1950er Jahre. Erfolgreicher Teil der Festwochen "100 Jahre Theater Duisburg".

Konzerte mit Filmmusik ziehen Publikum. So jetzt beim ersten Erlebniskonzert der neuen Saison "Klappe, die Erste" im Theater. Zwar lag der Altersdurchschnitt deutlich höher als bei der eigentlichen Zielgruppe des Education-Programms "klasse.klassik". Aber das ist ja fast egal, wenn die Duisburger Philharmoniker so viel Begeisterung ernten wie sonst selten.

Hitchcock-Klänge

Im Mittelpunkt stand Filmmusik aus den 1950er Jahren, denn in jenem Jahrzehnt sind die Festwochen "100 Jahre Theater Duisburg" (die RP berichtete) gerade zur Halbzeit angekommen. Da durfte selbstverständlich die kongeniale Musik von Bernard Hermann zu den Thrillern von Alfred Hitchcock nicht fehlen. Es gab Suiten aus "Vertigo", ebenso opulent wie doppelbödig, und aus "Psycho", natürlich einschließlich der berühmten Streicher-Schreie. Einen ersten Höhepunkt hatte das Erlebniskonzert mit der sinfonischen Dichtung "Ein Amerikaner in Paris" von George Gershwin, die später die Grundlage des gleichnamigen Films lieferte.

Es gab Musik aus Western wie die großartige Partitur zu "Die glorreichen Sieben" von Elmer Bernstein, es gab ein ebenso geschmackvolles wie anrührendes Arrangement des Songs "Moon River" (aus "Frühstück bei Tiffany") von Henry Mancini. Der Bär steppte aber bei Mancinis jazzigem "Peter Gunn"-Thema, hier in der späteren, rockigen Version für die "Blues Brothers".

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Und fast ganz in der Gegenwart angekommen waren wir mit der stillen Zugabe aus "Forrest Gump" von Alan Silvestri. Die Moderatorin Stephanie Riemenschneider und der Schauspieler Mark Weigel beherrschen die schwierige Kunst, mit wenigen Sätzen ebenso direkt wie charmant in einen Film und seine Musik hineinzuführen. Der eigentliche Star des Abends war aber Rasmus Baumann, im Hauptberuf Chefdirigent am Musiktheater im Revier (MiR) in Gelsenkirchen und außerdem ein Spezialist für Filmmusik. Er nahm die Stücke ernst wie Konzertmusik, ließ ihnen aber sehr richtig ihre unmittelbare Wirkung. Bei den "Blues Brothers" setzte auch er sich einen schwarzen Hut auf ("Sie werden uns nicht kriegen. Wir sind unterwegs im Namen des Herrn") und übernahm ein besonders virtuoses Solo an der Hammondorgel.

Anspruchsvoll und unterhaltsam

Die Duisburger Philharmoniker dankten es dem Dirigenten mit besonders freudigem Spiel, ließen prägnante Soli klangvoll in beeindruckende Tutti überfließen. Das war eine seltene Synthese aus anspruchsvollen und unterhaltsamen Elementen.

(hod)
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