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Duisburg: Pflegeschüler im Klinikum absolvieren Generalprobe

Duisburg : Pflegeschüler im Klinikum absolvieren Generalprobe

Dass die Arbeit auf der Kinderstation viel mehr umfasst als nur die reine Betreuung der Patienten, das erleben seit Mittwoch 19 Pflegeschüler des Klinikums Duisburg. Kurz vor ihrem Examen übernehmen sie für eine Woche im Rahmen des Projekts "Schüler leiten eine Station" alle anfallenden Aufgaben und versorgen selbstständig die Patienten. Die Kinderstation veranstaltet so eine Aktion zum ersten Mal, doch die Klinik hat schon Erfahrungen mit ähnlichen Projekten gesammelt: Schon zum zweiten Mal übernehmen in diesem Jahr die Pflegeschüler der Geriatrie die Regie auf der Station.

Die angehenden Pflegekräfte der Kinderstation starteten gut gerüstet in die Herausforderung. "Wir haben in der Schule viel Zeit bekommen, um uns auf das Projekt vorzubereiten" erklären Natalie Hermann und Annemarie Troschak, zwei der Schülerinnen. In verschiedenen Gruppen wurden akribisch Pläne ausgearbeitet, Plakate gestaltet und Schichten abgesprochen. "Es war lustig zu sehen, wie sie bei der Planung in dieselben Konflikte gerieten wie wir normalerweise" erzählt Susanne Fritsch, Leiterin des Projekts.

Als dann der Startschuss für das Projekt fiel, waren die Schüler auf alle Eventualitäten vorbereitet: Der Dienstplan wurde gut sichtbar in einem Bilderrahmen platziert, jeder hatte eine Karte mit Notfallkontakten in der Tasche und ein selbst erstelltes Nachschlagewerk mit verschiedenen Krankheitsbildern lag bereit. "Bevor es los ging, waren wir auf jeden Fall aufgeregt, aber wir wurden gut vorbereitet. Hier wird niemand ins kalte Wasser geschmissen" beschreibt Sandra Kosmella die Momente vor ihrem ersten vollverantwortlichen Schichtbeginn.

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Seit zwei Tagen schon sind die Schüler für Lager- und Apothekenbestellungen, die Schichtwechsel und die Krankenpflege zuständig. Ihre Handschrift ist schon zu erkennen. "Die Schüler legen sehr viel wert auf Bereichspflege. Dabei spielt der persönliche Kontakt zu den Patienten eine große Rolle" erklärt Susanne Fritsch.

Nach Ablauf der Projektwoche werden Mitarbeiter, Ärzte und Eltern die vorbereiteten, sogar mehrsprachig ausformulierten Evaluationsbögen ausfüllen. So können die Schüler ihre Konsequenzen aus dem Projekt ziehen und lernen, was sie bei der Examensprüfung vielleicht noch beachten müssen. Während des ganzen Projekts werden die Eltern der kleinen Patienten immer mit einbezogen. So wurden sie zum Beispiel durch einen liebevoll gestalteten Flyer über die Aktion informiert und können jederzeit mit Fragen oder Bedenken zu den Verantwortlichen kommen. Doch die meisten Eltern stehen der Aktion ohnehin sehr positiv gegenüber. "Eine Mutter sagte sogar zu mir, dass es solche praktischen Tests viel zu selten gäbe." berichtet Susanne Fritsch. Natürlich sind auch immer genug erfahrene Pfleger da, die den Schülern in Notfällen zur Seite stehen. Das trägt dazu bei, dass die Eltern sich dennoch sicher fühlen. Denn schließlich kann auch der beste Plan der Welt nicht alle Risiken abdecken.

(RP)