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Duisburg: Pflegemesse gegen Fachkräftemangel

Duisburg : Pflegemesse gegen Fachkräftemangel

Nach der großen Resonanz beim "Tage der Pflege" im letzten Jahr, veranstaltet die Interessengemeinschaft "Zukunftsinitiative Pflege" derzeit eine Pflegemesse im Erdgeschoss des Forums.

"Wir pflegen gerne" lautet das Motto der diesjährigen Pflegemesse, die seit gestern im Forum mit Informationen und Mitmachaktionen dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirken soll. Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen gewähren den Besuchern einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Christina Will absolviert derzeit am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg in Neudorf eine Ausbildung im Pflegebereich. Mit ihren Kolleginnen stelle sie am Infostand der Schule Angebote vor, mit Hilfe derer die Körperwahrnehmung von blinden oder behinderten Patienten verbessert werden soll. Mit Methoden wie "Hörmemory", bei dem allein anhand des Geräusches beim Schütteln mehrere kleiner Dosen deren Inhalt bestimmt werden muss, Geruchsproben und zahlreichen Massageanwendungen sollen die Reize stimuliert und die Sinne geschärft werden.

Dass sie einmal im Pflegebereich arbeiten würde, hätte Christina Will nach ihrem Schulabschluss zunächst nicht gedacht: "Ich wusste nach dem Realschulabschluss nicht, was ich machen soll". Durch ein Praktikum sei sie erstmals mit behinderten Menschen in Kontakt gekommen. Die Arbeit gefiel ihr so gut, dass sie sich für eine Ausbildung zur staatlich geprüften Heilerziehungspflegerin, einem der Abschlüsse, die am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg im Bereich "Gesundheit und Soziales" erworben werden können, entschied. "Man ist ganz nah an den Menschen dran und kann ihre Fortschritte miterleben. Ich habe das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun", sagt Will.

Ähnlich beschreibt Natalie Chwielewski ihre Tätigkeit. "Das schönste ist, den Menschen zu helfen", sagt die Auszubildende am Evangelischen Klinikum Niederrhein. In ihrem Arbeitsleben geht Chwielewski von Station zu Station, misst Blutdruck und Blutzucker der Patienten und begleitet sie zu Untersuchungen. Am Infostand des Klinikums demonstriert sie mit ihren Kolleginnen, von denen einige in historischer Arbeitskleidung von Kranken- und Altenpflegerinnen durch das Forum ziehen, an einer Puppe, wie der Betttransfer eines Patienten funktioniert.

Die Angebote der Pflegezentrale Meiderich richten sich in erster Linie an Migranten. "Wir bieten bald erstmals in Kooperation mit der AOK Pflegekurse in türkischer Sprache an", sagt Kursleiterin Zeynep B.-Hardt. Man habe festgestellt, dass türkische Mitbürger selten an den deutschsprachigen Kursen teilgenommen hätten.

Die AWO-Mitarbeiter präsentieren nicht nur ihre Angebote in der ambulanten, stationären und häuslichen Pflege, sondern stellen auch eine Aktion vor, die sie mit Heimbewohnern durchführten. Im Stil von Heinz Rühmann und Humphrey Bogart standen sie Pate für Filmplakate zu Kinoklassikern.

(RP)