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Duisburg: Pfahlaktion eröffnet das Jubiläumsjahr

Duisburg : Pfahlaktion eröffnet das Jubiläumsjahr

Die Jesus-Christus-Kirche in Buchholz wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Das soll mit einem sechsmonatigen Programm gefeiert werden. Auftakt ist am Wochenende. Dann können Gemeindemitglieder Pfähle gestalten und bei sich aufstellen.

Im alttestamentlichen "Jobeljahr", im 50. Jahr, wurde der Frieden wiederhergestellt — hier hat unser heutiges Wort "Jubiläum" seinen Ursprung. Ein solches feiert dieses Jahr die evangelische Jesus-Christus-Kirche in Buchholz. Als im Jahr 1962 der Grundstein der zwei Jahre später eröffneten Kirche gelegt wurde, platzte das alte Gemeindehaus aus allen Nähten: Wo vor dem Krieg nicht mehr als drei oder vier evangelische Familien lebten, drängten nun mehrere Hundert in die Gottesdienste.

Das große Interesse am Gemeindeleben ist auch heute kaum gebrochen. Jeden Sonntag finden sich durchschnittlich 150 Besucher im Gottesdienst von Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel ein. "Es ist einfach eine Gemeinde und eine Kirche zum Anfassen", schwärmt Kerstin Schepers, eine der zahlreichen Ehrenamtler, die sich in Buchholz engagieren. Den Kern der Freiwilligen bildet die "grüne Truppe". Ihre Mitglieder treffen sich jede Woche, um in der Kirche und auf dem Vorplatz für Ordnung zu sorgen. Zudem helfen sie auch tatkräftig bei den Vorbereitungen zu den diesjährigen Jubiläumsfeiern. Beginnend am kommenden Sonntag wird ein halbes Jahr lang mit verschiedensten Veranstaltungen das fünfzigjährige Bestehen der Kirchengemeinde gefeiert.

Die sicherlich auffälligste Aktion des Jubiläumsjahres beginnt mit ein paar unauffälligen Holzpfählen. Mit ihren 2,5 Meter Länge und den 10 Zentimeter Durchmesser wirken sie zunächst nicht besonders aufregend, doch ab Sonntag, 9. März, kann sich jedes Mitglied der Gemeinde einen dieser Pfähle abholen oder liefern lassen. Diese sollen dann auf persönliche Art gestaltet und in Vorgärten oder an anderen prominenten Plätzen ausgestellt werden. An der Aktion kann man nicht nur als Einzelperson oder Familie, sondern auch als Unternehmen teilnehmen. "Entscheidend ist, was aus dieser Kirche herausgegangen ist", sagt Pfarrer Köhler-Miggel, dem diese Idee auf einem Ausflug in den Schwarzwald kam. Er möchte so zeigen, dass Kirche nicht nur im Gottesdienst sein kann, sondern immer und überall. Wer den Pfahl nicht in seinem Wohnzimmer bearbeiten möchte, kann auch mit anderen Gemeindemitgliedern in einem Zelt hinter der Kirche kreativ werden .

Als Köhler-Miggel die Idee seinen ehrenamtlichen Helfern präsentierte, waren die zunächst eher skeptisch. "Zuerst findet man sowas einfach blöd, aber dann steigert man sich rein", erklärt Günter Jakstadt, Mitglied der grünen Truppe. Offenbar ist er mit seiner Meinung nicht alleine: Schon vor dem offiziellen Startschuss der Aktion planen die ersten Gemeindemitglieder die Gestaltung ihres Pfahls. So möchte Julia Fritz aus Buchholz den Pfahl der Taufkerze ihrer kleinen Tochter Lotta nachempfinden.

Die Jubiläumsfeiern werden im Oktober mit einem großen Gottesdienst enden, an dem alle Chöre und alle Pfarrer des Bezirkes teilhaben werden. "Ich wünsche mir, dass wir mit der Gemeinde wieder in eine Aufbruch-, eine Aufbaustimmung kommen", sagt Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel.

Wie damals, als kurz nach dem Zweiten Weltkrieg alle zusammenarbeiteten, um die Kirche zu bauen, die sie heute feiern.

(RP)