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Partnerbörse im Zoo: Warum Duisburg und Gelsenkirchen ihre Panda-Damen austauschen

Tierische Partnerbörse : Warum die Zoos in Duisburg und Gelsenkirchen ihre Panda-Damen austauschen

Sowohl der Duisburger Zoo als auch die Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen warten seit geraumer Zeit vergeblich auf Nachwuchs bei den Kleinen Pandabären. Was tun, fragten sich beide. Die Lösung soll nun ein tierischer „Frauentausch“ sein.

Der Zoo Duisburg und die Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen haben sich zu einer ungewöhnlichen Maßnahme entschlossen: Sie haben Anfang Februar zwei Kleine Pandas ausgetauscht, in der Hoffnung, dass die Katzenbären Frühlingsgefühle der speziellen Art entwickeln. Denn im Hinblick auf Nachwuchs waren Pushpa, deren Hindi-Name auf Deutsch „Blume“ bedeutet, und Jang, die seit 2016 gemeinsam am Kaiserberg in Duisburg leben, nicht gerade aktiv. „Harmonisch und liebevoll gehen die Zwei miteinander um. Doch der Funke ist in den letzten Jahren noch nicht übergesprungen, Nachwuchs stellte sich bei der bedrohten Tierart leider nicht ein“, vermeldet der Zoo.

Lang ist’s her, dass ein kleiner Feuerfuchs – wie die Tiere in China genannt werden – in Duisburg das Licht der Welt erblickte. 1995 durfte sich der Zoo zuletzt über die Geburt eines Kleinen Pandas freuen.

Auch in Gelsenkirchen wartet der Zoo seit fünf Jahren ergebnislos auf einen Zucht-Erfolg bei den hübschen Tieren, die mit ihren Puschelohren, der Stupsnase und den leicht mandelförmigen Augen voll dem Kindchenschema entsprechen. Männchen Kenzo und Weibchen Louisa teilten sich dort auch in friedlicher Eintracht das Gehege, doch richtig gefunkt hat es zwischen den beiden nie.

Also hat sich das „Heiratsvermittlungsbüro“ des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) eingeschaltet und passende Partner gesucht und gefunden. Auf dessen Empfehlung hin zog die zehnjährige Louisa in die Kaiserberg-Arche ein, während die Duisburger Blume nach Gelsenkirchen wechselte. Der Tausch der beiden Damen ging Anfang Februar recht schnell über die Bühne, da die Paarungszeit der Pandas nur von Ende Dezember bis Ende Februar reicht und zu Beginn dieses Monats durch die niedrigen Temperaturen eher unter einem günstigen Stern stand.

Natürlich wäre ein kleiner Kleiner Panda durchaus eine Attraktion für die Besucher, wenn sie denn mal wieder einen Zoo betreten dürfen. Doch der Sinn dieser Hochzeitsreisen von Pushpa und Louisa reicht tiefer.

 Der Zoo Duisburg hofft darauf, dass Männchen Jang nun mit Louisa besser klarkommt.
Der Zoo Duisburg hofft darauf, dass Männchen Jang nun mit Louisa besser klarkommt. Foto: Mathias Appel

In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet Nepal, Bhutan, Indien, Myanmar, China und Tibet verlieren die Kleinen Pandas immer mehr an Boden unter den Füßen durch die Abholzung der Wälder. Zudem werden sie in China und Myanmar oft Opfer von Wilderei und Jagd, auch weil ihr dichtes rotes Fell dort zur Herstellung von Kleidung, Pinseln und Staubwedeln verwendet wird. Weil es nur noch weniger als 10.000 Tiere in freier Wildbahn gibt, werden die Katzenbären von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „stark gefährdet“ eingestuft.

So dient der „Frauentausch“ zwischen dem Duisburger und dem Gelsenkirchener Zoo auch dem Ziel, eine Reservepopulation zur Arterhaltung aufzubauen. Ob das gelingt hängt allerdings davon ab, ob die neu zusammengeführten Partner auch zueinander finden.

Laut Zoom Erlebniswelt zeigt sich die 2013 im Zoo Salzburg geborene Duisburger Blume ihrem neuen Partner gegenüber noch etwas zickig. Die Streitigkeiten mit ihm würden sich aber im Rahmen halten, verlautbart der Zoo in Gelsenkirchen. Von Louisa indes weiß der Duisburger Zoo kein ähnliches Verhalten zu berichten. Ein Hoffnungsschimmer? Vielleicht.

Sollte es zwischen Louisa und Jang klappen, bleibt Louisa auf Dauer am Kaiserberg. Finden die beiden keinen Gefallen aneinander und funkt es auch nicht zwischen Pushpa und Kenzo, könnte es sein, dass Pushpa doch wieder an den Kaiserberg zurückkehrt.

(dab)