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Duisburg: Parkplatz oder Beach Club

Duisburg : Parkplatz oder Beach Club

Die (Nicht-)Gestaltung der Bahnhofsplatte ist in Duisburg inzwischen ein hochemotionales Thema. Das zeigen die zahlreichen Reaktionen auf den Aufruf der RP, Ideen vorzuschlagen. Tun wird sich dort zunächst mal nichts.

Bislang stand die Gestaltung des Deckels über der A 59 unter keinem glücklichen Stern. Erst fehlten die Fördergelder, und nun hat sich herausgestellt, dass die veranschlagten 2,8 Millionen Euro bei weitem nicht ausreichen, um die Pläne des Landschaftsarchitekten Andreas Kipar umzusetzen. Während seine Pläne, die siegreich aus einem Architektenwettbewerb hervorgingen, mit Quarzkies als Untergrund und verschiedenen Themeninseln (Zoo, Uni, Info, Gastronomie) noch Gefallen fanden, stieß Kipars abgespeckte und kostengünstigere Variante bei der Politik auf wenig Gegenliebe. Einfache Wiesenflächen zwischen Gussasphalt mit Splitt — für solche Ideen brauche man keine Planungsbüros, so die herrschende Meinung. Während grüne Politiker einen kleinen Teil der Fläche wie berichtet inzwischen auf eigene Faust begrünten, haben wir die Leser aufgefordert, selbst Vorschläge für eine künftige Gestaltung der Platte zu unterbreiten. Und da waren der Fantasie offensichtlich keine Grenzen gesetzt.

Raphael M. schlug über RP Online vor, eine neue Skateranlage zu installieren. Als Beispiel nannte er dafür eine ähnliche Einrichtung, wie sie vor kurzem in Bochum eröffnet wurde. "Sie erzeugt einen optischen Reiz und sorgt für eine Belebung des Platzes — auch für Nicht-Duisburger", so der Leser. Eine weitere interessante Idee sei die eines "Beach Clubs". Am Alexanderplatz in Berlin sei das Konzept sehr erfolgreich. Durch die gute Anbindung an Bus und Bahn habe es sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. In Form eines "Monkey Island" hat sich diese Form gerade bei jüngeren Menschen als Freizeittreff durchgesetzt. Auf mehr Grün setzt Marc Köhler. "Grünflächen wie am CityPalais haben ja gezeigt, wie gut sie bei Duisburgern und Besuchern ankommen — vielleicht noch eine Bar oder ein Café. Wir haben genug grau in grau und brauchen endlich mehr Grün!", fordert er.

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Ähnlich argumentiert Doris Schleithoff. Sie plädiert dafür, alle Duisburger Blumenläden und Gartenbaubetriebe um einen Beitrag zu bitten. Anschließend könnten die Bürger abstimmen — vielleicht in Form eines Preisausschreibens. Thomas Job schlägt vor, eine große Duisburg-Karte auf dem Platz zu verewigen.

An die Werthmann-Kugel erinnerte eine andere Leserin. Die Skulptur des Künstlers Friederich Werthmann, die eigentlich "Hommage à Mercator" heißt und früher schon in der Innenstadt stand, könne auf der Platte eine neue Heimat finden. "Das muss ja nicht wie auf dem Foto in in der Mitte einer Wasserfläche sein. Wenn das zu teuer ist, würde auch ein einfaches Podest reichen", meint sie.

Edin Adrovic aus Neudorf hat einen Vorschlag, der weniger schön ist, dafür umso praktischer und dazu noch wirtschaftlich: "Parkplätze wären am sinnvollsten", findet er. So könne man zusätzliche Einnahmen durch Parkgebühren gewinnen. "Man könnte auch einen Teil für Pendler als eine Art Wochenparkplatz anbieten, nach dem gleichen Prinzip, wie es die Flughäfen machen."

Martin Mersch fordert einen "großzügig dimensionierten", attraktiven und gut sichtbaren Busbahnhof. "Sowohl DVG-Busse als auch Fernreisebusse könnten hier halten", sagt er. Bert Paul Rauhut aus Moerigen in der Schweiz meldete sich online zu Wort. Er schlägt den Wiederaufbau des "Gläsernen Hutes" mit Biergarten vor. Dieser könne von einem gestandenen Gastronom betrieben werden und mit Bäumen drumherum mehr Aufenthaltsqualität bekommen.

(RP/jco)