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Duisburg: Outlet stärkt das Oberzentrum

Duisburg : Outlet stärkt das Oberzentrum

Bis das Factory Outlet Center in Hamborn gebaut werden kann, sind noch viele Hürden zu nehmen. Arbeitsplätze und die Stärkung des Einzelhandels stehen dem Protest von Bürgern gegenüber, deren Häuser abgerissen werden sollen.

Eine kleinere Gruppe von Bürgern protestierte am Mittwoch medienwirksam vor dem Rathaus, in dem die Stadt, der Investor und weitere Beteiligte sich zum geplanten Factory Outlet Center in Hamborn äußerten. Sie wollen ihre Wohnungen nicht verlassen. Doch genau das wird nötig sein, um das Zentrum mit dem Namen Duisburger Outlet Village, kurz Douvil, zu verwirklichen.

Mit seinem fast einstimmigen Beschluss hat der Stadtrat im Oktober den Weg für die Entwicklung frei gemacht. In etwa einem Jahr könnte, so Stadtdirektor Dr. Peter Greulich, der das weitere Vorgehen erläuterte, der Bebauungsplan rechtskräftig sein.

Im Februar wird es eine öffentliche Bürgerbeteiligung geben, danach wird der Plan offengelegt, es folgt zum Jahreswechsel der Satzungsbeschluss, womit der Plan rechtskräftig wird. Greulich betonte, dass Douvil für Duisburg als neuer Arbeigeber und als Steuerzahler sehr willkommen ist und er einen wesentlichen Betrag leisten werde, um dem Anspurch der Stadt, Oberzentrum des Niederrheins zu sein, gerecht zu werden.

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Roger Sevenheck, Geschäftführer der Douvil GmbH, stellte noch einmal die bekannten Planungen für das Zentrum vor, das 600 bis 800 Arbeitsplätze bringen soll. Wie berichtet wird das Gerippe der Rhein-Ruhr-Halle stehenbleiben und das gegenüberliegende alte Hallenbad unter anderem für die Gastronomie des Zentrums erhalten.

Das Unternehmen will in der ersten Bauphase 95 Outlet-Geschäfte von bekannten Markenherstellern errichten, bis 2017 dann 140 weitere Shops. Die Investitionssumme liegt bei 125 Millionen Euro. Der Standort ist aus Sicht des Investors wegen seiner verkehrstechnisch optimalen Lage interessant. Douvil setzt auf 13,5 Millionen Kunden, die in einem Umkreis von 60 Fahrminuten leben.

Walter Ziegler, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung von Immeo, kam die Aufgabe zu, das brisanteste Thema dieser Planungen zu erläutern: der Abriss der Siedlung am Zinkhüttenplatz. Anfang der 60er Jahre entstanden die Häuser unterhalb der A 59 in der Nähe der Betriebsanlagen von Grillo , die nun dem Zentrum weichen sollen. Die Mieter von fast 400 Wohnungen sind davon betroffen.

Das Wohnugsbauunternehmen sei überzeugt, einen wesentlichen Beitrag zur Strukturverbesserung des Duisburger Nordens zu leisten, so Ziegler. Daher habe es die benötigten Grundstück Ende vorigen Jahres an den Investor verkauft.

Eigenes Beratungsbürop

"Den Mieterproblemen gehen wir mit großer Verantwortung nach", versprach er. Alle Betroffenen seien inzwischen schriftlich informiert worden, jeder werde zudem zu Hause besucht. Jeder Mieter könne dann seine ganz persönlichen Sorgen und Ängste erläutern.

Mit rund 100 Mieter hätten diese Gespräche schon stattgefunden, mit zwölf von ihnen sei ein Umzug bereits vereinbart worden. Mit jedem Betroffenen werde eine individuelle Lösung erarbeitet, sprich, eine neue, passende Wohnung gesucht. Am 30. Januar werde zudem in der Siedlung ein Informations- und Beratungsbüro eröffnet .

(jco)