Orgelfestival Ruhr: Graham Barber überzeugt zum Auftakt

Graham Barber überzeugt : Gelungener Auftakt des Orgelfestivals Ruhr

Graham Barber lieferte einen überzeugenden Auftakt beim Orgelfestival Ruhr in der Salvatorkirche.

Mit einem echten Hörgenuss und einem Blick auf den Unterschied der Orgelmusik zwischen Deutschland und England wurde am vergangenen Sonntag das Orgelfestival Ruhr 2019 in der Salvatorkirche eröffnet. Zu Gast war der britische Organist Graham Barber, der seit seinem Debüt in der Royal Albert Hall im Jahr 1979 zu den führenden Organisten Englands zählt.

Für sein Konzert im Rahmen des Festivals unter dem Titel „Klangraum Europa“ hatte er unter dem Thema „Bachs Erben“ Werke von Johann Sebastian Bach, Henry Smart, Felix Mendelssohn Bartholdy, Max Reger und Sigfrid Karg-Elert ausgesucht. Im Gespräch mit Marcus Strümpe erläuterte er den Konzertbesuchern zuvor die Unterschiede zwischen der deutschen und der englischen Orgelmusik, die ein mehr romantisches Klangideal verfolge.

Mit Bachs Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 538) eröffnete Graham Barber den Konzertabend in der Salvatorkirche. Das Spiel seiner Hände konnten die Besucher dabei auf einer großen Video-Leinwand beobachten. Bach schrieb dem Organisten bis ins Detail vor, wie die Komposition gespielt werden sollte. Der archaisch und kunstvoll gebauten Fuge folgte das romantische Klangbild des nahezu verklärt klingenden Andante in F von Henry Smart (1813 - 1879), was den angesprochenen Unterschied zwischen deutscher und englischer Orgelmusik sehr gut verdeutlichte.

Mit der viersätzigen Sonate B-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy, den bejubelte Konzertreisen nach England und Schottland führten, waren es wieder die mächtigen Klänge der Kuhn-Orgel, die den Kirchenraum erfüllten. Im Gegensatz dazu folgte die meditative Pastorale op. 65/3 von Max Reger, der in England kaum bekannt war. Das anschließende Capriccio op. 65/2 von Max Reger verdeutlichte eindrucksvoll, mit welchen Klangfarben Orgelmusik verbunden ist.

Für den Abschluss hatte Graham Barber acht kurze Sätze des in England sehr bekannten Komponisten Sigfrid Karg-Elert (1877 - 1933) ausgesucht: „A Cycle of Eight Short Pieces“ op. 154 nötigt einen sehr schnellen Wechsel der Notenblätter, denn sie gehen fast ineinander über. Mit der „Toccantina“ wurde der Bogen zu Bach geschlagen, mit dem „Corale“ erfüllte zum Abschluss noch einmal ein furioser und majestätischer Klang den Kirchenraum. Das Publikum dankte dem großartigen Organisten mit viel Beifall.

Das nächste Konzert des Festivals findet am 23. Juni in Essen in der Kreuzeskirche mit Johann Vexo aus Frankreich statt.

Informationen im Internet unter www.orgelfestival.ruhr

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