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Duisburg: Oper: Nur noch sechs Premieren im Jahr

Duisburg : Oper: Nur noch sechs Premieren im Jahr

Im Kulturausschuss ging es gestern um die Zukunft der Rheinoper in Duisburg. Der Sparkurs wird an vielen Stellen spürbar sein.

Der Fortbestand der 1956 geschlossenen Opernehe zwischen Düsseldorf und Duisburg ist bekanntlich gesichert. Der Rat der Stadt Duisburg hat in seiner Sitzung am 18. März die Weiterführung der Theatergemeinschaft beschlossen. Allerdings verknüpfte er damit die Sparvorgabe von ein Millionen Euro, die für die kommenden drei Jahre festgeschrieben werden muss. Gestern Nachmittag informierte Jochen Grote, der Geschäftsführer der Rheinoper, die Mitglieder des Kulturausschusses darüber, wie die Rheinoper mit dieser Sparvorgabe umgeht.

Wie berichtet, hat die Unternehmensberatung actori ein Konzept entwickelt und Empfehlungen ausgesprochen, wie die Deutsche Oper am Rhein mit einer Reduzierung der Zuschüsse existieren kann. Pikanterweise kamen die actori-Experten zu dem Ergebnis, dass die Rheinoper das wirtschaftlichste Theatermodell in Europa sei und dass kein Einsparpotenzial vorhanden sei. Eine Verbesserung der Finanzsituation sei deshalb nur durch eine Steigerung der Einnahmen beziehungsweise durch Reduzierung der Ausgaben möglich. Letzteres sei ohne Qualitätseinbußen nicht möglich.

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Angesichts dieser Ausgangslage durfte man auf die Lösungen, die die Rheinoper mit Hilfe der actori-Fachleute jetzt vorlegte, gespannt sein. Zunächst mussten sich die Städte einigen: Düsseldorf erklärte sich bereit, die tarif- und inflationsbedingten Kostensteigerungen, die mit zwei Prozent kalkuliert werden, zu 72 Prozent zu übernehmen. Die Oper selber übernehmen die restlichen 28 Prozent.

Jochen Grote ging gestern die weiteren wichtigsten Posten durch. Die Oper wird künftig weniger Premieren herausbringen, statt acht nur noch sechs. In Duisburg wird die Zahl der DOR-Aufführungen von 100 auf 78 reduziert. Allerdings sollen etwa 20 Gastspiele von anderen Bühnen eingekauft werden, "damit das Duisburger Theater nicht ausblutet". Einsparungen gibt es bei den schriftlichen Publikationen und bei der Plakatierung. Die Rheinoper setzt vermehrt auf die neuen Medien.

Auf starke Preiserhöhungen soll zumindest im Duisburger Haus der Rheinoper verzichtet werden. Jochen Grote sagte, dass die Preiserhöhung in der Saison 2007/ 2008 um 17 Prozent überzogen gewesen sei. Die Besucherzahlen seien rapide gesunken und damit unter dem Stricht auch die Einnahmen der Oper in Duisburg.

In den kommenden Jahren sollen einige frei werdende Stellen nicht mehr neu besetzt werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen könne man jedoch verzichten, hofft Grote. Um Sponsorengelder einzutreiben, möchte die Rheinoper einen hauptamtlichen "Fundraiser" engagieren, der allerdings erstmal Geld kosten wird, bevor er sich bezahlt macht, was die CDU monierte.

Wichtig war der Leitung der Rheinoper, dass das Opernstudio und das pädagogische Programm für Kinder und Jugendliche erhalten bleibt. In einem der "Szenarien", die von actori-Mitarbeitern entworfen wurden, war eine Schließung dieser Bereiche durchgespielt worden. Thomas Krützberg, der neue Kulturdezernent, lobte den pädagogischen Einsatz, der nicht ohne Eigennutz sei: "Über Kinder und Jugendliche erreichen wir auch die Eltern."

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(RP)