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Duisburg: OB-Kandidaten-Karussell in Duisburg

Duisburg : OB-Kandidaten-Karussell in Duisburg

Bis zum 30. April können noch OB-Kandidaten-Vorschläge eingereicht werden. Nachdem die Suche nach einem überparteilichen Bewerber erfolglos war, haben viele Parteien eigene Anwärter auf das höchste Amt im Rathaus nominiert.

Am 17. Juni entscheiden die Duisburger, wer ihre Stadt in den kommenden Jahren führen soll. Nachdem das Bündnis "Neuanfang für Duisburg" mit den gesammelten Unterschriften eine Abwahl initiert hat und OB Sauerland am 12. Februar abgewählt wurde, ist das höchste Amt in Duisburg unbesetzt.

Der ursprüngliche Plan des Bündnisses "OB-Wahl", das sich nach der Abwahl gründete, war, einen überparteilichen Kandidaten zu aufzustellen. Die Bürgerinitiative, die sich mittlerweile in die Bürgerinitiativen " Neuanfang Duisburg" unter Theo Steegmann und "Neuanfang für Duisburg" unter Werner Hüsken aufgespalten hat, wollte zusammen mit den Parteien einen Bewerber für ein geeintes Duisburg finden.

Nachdem man sich wochenlang auf keinen gemeinsamen OB-Anwärter verständigen konnte, nominierten einige Parteien eigene Kandidaten. Für die SPD geht der 35-jährige ehemalige Landtagsabgeordnete Sören Link ins Rennen. Innenminister Ralf Jäger hatte ihn überraschend als Kandidaten seiner Partei für das Amt des Oberbürgermeisters vorgeschlagen. Als Chef von Duisburg möchte Sören Link sich für soziale Politik einsetzen und die Integration fördern. Außerdem will er die Bürger stärker an Entscheidungen beteiligen.

Zur gleichen Zeit stellte die Partei Die Linken ihre Spitzenkandidatin Barbara Laakmann vor. Die Ratsfrau ist Leiterin der Alfred-Hitz-Hauptschule in Rheinhausen-Bergheim. Die 61-Jährige erfülle die Kriterien, die das Bündnis "OB Wahl" erarbeitet habe und habe mehr Lebens- und Verwaltungserfahrung als ihr junger Konkurrent von der SPD, so die Linke.

Auf ihrer Mitgliederversammlung am Mittwochabend wählten die Grünen ihre Vorstandssprecherin Ingrid Fitzek zur Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters. Auch Stadtdirektor Peter Greulich galt als heißer OB-Anwärter. Auf ihn angesprochen erklärte die 53-jährige Diplom-Sozialwissenschaftlerin, dass ihre Partei einen von den Geschehnissen rund um die Loveparade unbelasteten Kandidaten nominieren wollte. Greulich war auch unter Adolf Sauerland schon Stadtdirektor und sein Stellvertreter. In ihrer Amtszeit wolle Ingrid Fitzek Duisburgs Finanzen sanieren, ohne die Stadt "kaputt zu sparen".

Mit Michael Rubinstein, dem Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, gibt es auch einen parteilosen Anwärter auf den Oberbürgermeisterposten. Unterstützt wird er dabei von der Bürgerinitiative "Neuanfang für Duisburg" unter Werner Hüsken. Noch fehlen dem 39-Jährigen 370 Unterschriften, die er als Einzelbewerber dem Wahlleiter einreichen muss. Rubinstein wäre der erste jüdische Oberbürgermeister in Nordrhein-Westfalen.

Die CDU hat bisher noch keinen Kandidaten nominiert, ist aber bereits auf der Suche, wie Parteichef Thomas Mahlberg erklärte. Nachdem kein Konsenskandidat gefunden wurde, wollen auch sie einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken. "Wir führen intern Gespräche, lassen uns aber nicht unter Zeitdruck setzen", so Mahlberg.

Die Bürgerinitiative "Neuanfang Duisburg" unter Theo Steegmann wird zunächst keine Wahlempfehlung zur OB-Wahl abgeben. Auch ein eigener Kandidat ist noch nicht in Sicht. Sie wollen die nominierten Bewerber einzeln einladen und an einem erarbeiteten Kriterienkatalog und den Zielen der Bürgerinitiative messen und danach eventuell eine Wahlempfehlung aussprechen.

Die FDP und die Piratenpartei werden wohl auf einen eigenen Kandidaten verzichten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: OB-Kandidaten in Duisburg 2017

(jco)