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Duisburg: NS-Dokumentationszentrum geplant

Duisburg : NS-Dokumentationszentrum geplant

In Duisburg soll im kommenden Jahr nach einstimmigen Beschluss des Rates der Stadt ein Dokumentationszentrum über die Zeit des Nationalsozialismus entstehen. Nach dem Konzept, das die Stadt am Samstag vorstellte, soll das Zentrum in einem Neubau gemeinsam mit der Volkshochschule und der Stadtbibliothek untergebracht werden.

Auf 400 Quadratmetern sollen Ausstellungen und Vorträge stattfinden. Umfangreiche Dokumente und Bücher sollen im Bestand der Stadtbibliothek als Präsensbestand geführt werden. Die Fachliteratur sei aus rechtlichen Gründen nicht ausleihbar und diene Forschungs- und Bildungszwecken, hieß es. Unter anderem sind Gesetzesblätter, NS-Zeitschriften, Tageszeitungen der Region oder Publikationen aus den einzelnen NS-Organisationen für den Besucher einsehbar.

Schwerpunkt des Zentrums soll eine Dauerausstellung zum Thema "Duisburg im Nationalsozialismus" sein. Allerdings bedarf es hierzu noch weiterer Forschungen der Duisburger Stadtgeschichte. Bislang ist auf diesem Gebiet kaum historisch gearbeitet worden. Daneben sollen Stadtrundgänge zu authentischen Orten des Nationalsozialismus und seiner Auswirkungen mit in die Planungen einbezogen werden. Im Innenstadtbereich gebe es zahlreiche ehemalige Orte, wie ehemalige Synagogen oder Gebäude von NS-Organisationen, hieß es.

Das Konzept richtet sich vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Für Schulklassen will das NS-Dokumentationszentrum ein außerschulischer Lernort sein. Zudem sollen Historiker und Geschichtsinteressierte eine Anlaufstelle finden. Auch sind Kooperationen mit der Universität Duisburg-Essen angedacht.

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Das Dokumentationszentrum ist nach Auskunft des Fachleiters politische Bildung der Volkshochschule Duisburg, Wolfgang Esch, das Einzige seiner Art in Deutschland, dass nicht in einem ehemals nationalsozialistisch genutzten Gebäude oder Raum untergebracht ist. Baubeginn ist voraussichtlich im Frühjahr 2010.

epd-West cgr/fri mag