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NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst bei der Lkw-Waage vor der A 40-Brücke Neuenkamp

Ortsbesuch von Verkehrsminister Hendrik Wüst : Lkw-Waage auf der A40 zeigt Wirkung

Noch immer werden vor der Rheinbrücke täglich 50 bis 60 überladene Lkw von der A 40 geholt. Dadurch können Schäden im laufenden Betrieb behoben und Sperrungen vermieden werden. Das wurde am Montag beim Besuch von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) an der Lkw-Waage deutlich.

Für Christian Freidel gibt’s kaum eine Pause. Der Beamte der Autobahnpolizei nimmt die Lkw an der Wiegeanlage an der Ausfahrt Duisburg-Homberg genauer unter die Lupe, die zuvor auf der Autobahn 40 bei der Detektion auffielen. Seine Aufgabe ist es, amtlich festzustellen, ob der Brummi tatsächlich zu schwer ist. Um über die marode Brücke fahren zu dürfen, darf er nicht schwerer als 40 Tonnen und die zulässige Achslast nicht schwerer als 11,5 Tonnen sein. Eine Ausnahme gilt für den „Kombinierten Verkehr“. Containerladungen im Hafen-Hinterlandverkehr dürfen maximal 44 Tonnen wiegen, wenn sie über die Duisburger Autobahnbrücke fahren wollen.

Am Montag wird Freidel wieder mehrfach fündig: Der Brummifahrer aus Spanien, dessen Fahrzuge tonnenweise Apfelsinen geladen hat, muss am Rande der A 40 warten, bis ein weiterer Laster kommt und ihm einen Teil seiner Ladung abnimmt. Mit Gabelstaplern werden die Apfelsinenkisten palettenweise umgeladen. Direkt daneben parkt ein Lkw aus Gütersloh. Seine Fracht: riesige Baumstämme, die ebenfalls zu schwer sind. Der nächste Brummi hat Schüttgut geladen, dessen Schwerpunkt zu sehr auf der Antriebsachse liegt. Bei den Gewichtssündern gibt es keine Auffälligkeiten bei den Nationalitäten: „Das ist bunt gemischt. Da sind alle betroffen“, erläutert Joachim van Bebber, Leiter der zuständigen Autobahnniederlassung Krefeld des Landesbetriebes Straßen NRW.

Christian Freidel (links) im Gespräch mit einem Lkw-Fahrer. Foto: Andreas Probst

„Die Kontrollen sind leider notwendig, weil täglich 50 bis 60 rechtswidrig überladene Lkw versuchen, über die Brücke zu fahren. Das müssen wir verhindern. Wir werden uns unsere Straßen und Brücken nicht von überladenen Lkw kaputt fahren lassen“, erklärt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst am Montag an der Wiegeanlage in Homberg. Zwischen der Inbetriebnahme der Waage am 9. November 2018 und dem 12. März wurden 5114 Laster wegen Gewichtsproblemen von der Autobahn gewunken – das entspricht knapp 0,1 Prozent des gesamten Verkehrs. Anders ausgedrückt: Jedes 1000. Fahrzeug ist auffällig geworden.

Joachim van Bebber glaubt, dass die bisherigen Kontrollen bereits Früchte tragen: „Die Schadensentwicklung ist moderat“, sagt er. Während man anfänglich die gröbsten Schäden unter Teil- oder Vollsperrung der A 40 habe beseitigen müssen, sei zurzeit die Schadensbehebung bei laufendem Verkehr möglich. „Das ist ein Erfolg der Wiegeanlage“, so van Bebber. Er hält die Brücke für „eine der bestgeschützten in Deutschland und ganz Europa“. Zwei Mal im Jahr gebe es einen kompletten Prüfdurchlauf, um eventuelle neue Schäden möglichst früh zu entdecken. Gerade stehe man kurz vor Beendigung des elften Prüfdurchlaufs.

Verkehrsminister Hendrik Wüst gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Neubau der A 40-Brücke so schnell gehen kann wie geplant. Das Planfeststellungsverfahren sei bereits im Dezember 2018 fertig gestellt worden, Klagen habe es nicht gegeben. Dank einer Personalaufstockung des Landes könne man mit einem „doppelten Team“ arbeiten. Im Sommer dieses Jahres soll bereits mit vorbereitenden Maßnahmen begonnen werden, bevor dann 2020 der offizielle Baustart durch das Unternehmen DEGES erfolge. 2023 soll dann das erste Teil der neuen Bücke fertig sein. Dann wird es wieder drei Spuren in jede Richtung geben.