Duisburg: Notgruppen als letzte Rettung

Duisburg : Notgruppen als letzte Rettung

Insgesamt gibt es in Duisburg 73 städtische Kindertagesstätten – über alle Bezirke verteilt. Gestern fanden berufstätige Eltern jedoch meist nur einen Zettel an der Tür der Einrichtung vor: "Heute wird in städtischen Kindertageseinrichtungen gestreikt. Auch unser Haus bleibt geschlossen." Die Betreuerinnen hatten versucht, alle rechtzeitig über die Schließungen zu informieren. Für Alleinerziehende oder solche Eltern, die keinen Urlaub nehmen konnten oder nicht auf Oma und Opa zurückgreifen können, gab es in einigen Kindertagesstätten einen Notdienst. So auch in Neudorf: Die städtische Einrichtung an der Heinestraße wurde zwar auch bestreikt, doch da sich die Aktion nicht gegen die Eltern oder die kleinen Besucher richten sollte, blieben fünf Erzieherinnen dort, um in Notlagen helfen zu können.

In einer dieser Notlagen befand sich auch Özlem Karaca. Die Mutter zweier kleiner Kinder arbeitet und kann sich nicht einfach so den Vormittag frei nehmen. "Natürlich bekommt man erstmal Panik, wenn man von dem Streik hört. Aber jetzt bin ich happy, dass es diese Notgruppe gibt", erklärt sie.

Mit einem derartigen Zuspruch hatte die Gewerkschaft nicht gerechnet. Im Vorfeld war stets von 8000 Teilnehmern die Rede, am Ende wurden es deutlich mehr. Duisburgs Verdi-Geschäftsführer Thomas Keuer zeigte sich mit dem Streiktag hinterher mehr als zufrieden. Foto: Peggy Mendel

Auch Indra Langer ist von dem Streik betroffen: "Als Berufstätige ist das für mich natürlich ein großes Problem", sagt die Mutter eines fünfjährigen Mädchens. Doch obwohl der Streik viele Eltern vor Probleme stellt, verstehen die meisten von ihnen die Streikenden doch sehr gut: "Ich kann sie alle verstehen, ich finde es grundsätzlich auch gut, dass gestreikt wird, aber es ist schon schwer", sagte zum Beispiel Michaela Henske, die ihre Tochter gestern Morgen in die Notgruppe in Neudorf brachte.

(me)
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