Duisburg: "Notgehweg" auf der Brücke

Duisburg: "Notgehweg" auf der Brücke

Die Planung für den Karl-Lehr-Brückenzug zwischen dem Kaßlerfelder Kreisel und dem Tausendfensterhaus in Ruhrort ist noch einmal überarbeitet worden. Ein Radweg auf der östlichen Seite ist danach nicht vorgesehen.

Der gesamte Karl-Lehr-Brückenzug vom Kaßlerfelder Kreisel bis zum Tausendfensterhaus in Ruhrort soll in das Förderprogramm des Verkehrsministeriums des Landes aufgenommen werden. Einer entsprechenden Vorlage stimmte der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr gestern einhellig zu. Die jetzt von der Verwaltung vorgestellte Änderung bringt auch eine Kostenreduzierung mit sich – dass der Brückenzug in Gänze nun zeitnah umgebaut werden kann, ist allerdings ein Trugschluss: "Die Realisierung des zweiten Abschnitts werden einige von Ihnen biologisch nicht mehr erleben", meinte Stadtentwicklungsdezernent Jürgen Dressler an die Adresse der Ausschussmitglieder.

Vorhandenes Baurecht nutzen

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Vielmehr dient die Neuplanung der gesamten Strecke in einem Förderantrag lediglich dazu, den ersten Abschnitt zu sichern und vorhandenes Baurecht zu nutzen. Die Kosten für einen Neubau liegen nun für die gesamte Trasse bei rund 72,5 Millionen Euro. Dabei zahlt nach "traditioneller" Kostenteilung der öffentliche Personennahverkehr einen Anteil von 35,5 Millionen Euro, der Restanteil von 37,1 Millionen fällt in den Bereich des Individualverkehrs. Der Brückenzug sichert die Hafenzufahrt und ist gleichzeitig eine wichtige Verkehrsachse sowohl vom Norden als auch von der linken Rheinseite in die Innenstadt.

Im Bereich Ruhr und Hafenkanal soll der Neubau nun nicht neben, sondern in der bestehenden Trasse erfolgen. Oberflächengestaltung und Fahrbahnquerschnitt sollen dem Modell "Düsseldorfer Straße" entsprechen. Das bedeutet eine Fahrspur je Richtung zuzüglich eines separaten Gleiskörpers. Auf der Westseite soll es einen kombinierten Geh- und Radweg von drei Metern Breite geben. Auf der anderen Seite ist nur ein "Notgehweg" von etwa einem Meter Breite vorgesehen. Damit zeigte sich Frank Michael Rich (Grüne) nicht zufrieden. Dressler verwies darauf, dass für alle Spuren jetzt 21,30 Meter zur Verfügung stünden, künftig seien es 21,88 Meter. Es blieben also eigentlich nur 58 Zentimeter übrig für einen Geh- und Radweg. Eine deutliche Reduzierung des Querschnitts sei aber nicht zulässig, weil eine Förderung nur gewährt werde, wenn sich die Situation für den Verkehr insgesamt auch verbessere. Letztlich stimmten auch die Grünen für die Vorlage, um den Förderantrag, für den es eine Zuschlagsfrist bis Ende April gibt, nicht zu behindern. Benno Lensdorf (CDU) regte an, die Grünphasen der Ampeln an den Einfahrten zur Fabrik- und zur Bergiusstraße besser auf einander abzustimmen, um nicht noch mehr Staus zu produzieren.

(RP)