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Duisburg: Noch gibt es Hoffnung

Duisburg : Noch gibt es Hoffnung

Die Debatte um die Kirchenschließungen im Norden geht weiter. Im Gemeindesaal St. Norbert fand jetzt eine Diskussion statt, an der ausgewählte Gäste aus Bistum, Gemeinde und Politik mit engagierten Bürgern debattierten.

Schon länger ist bekannt, dass nur noch zwei der ehemals neun Gemeinden der katholischen Kirchengemeinde St. Norbert bis 2015 existieren werden. Grund dafür seien die nicht mehr zahlbaren Kosten, die das Bistum Essen nicht weiter tragen könne (die RP berichtete). Christoph Tölle, Gemeinderatsvorsitzender von St. Norbert, spricht vielen Anwesenden aus der Seele: "Es ist ein großer Fehler seitens des Bistums, die Kirchengemeinden zu schließen. Damit sägt es den Ast ab, auf dem es sitzt."

Nur aus der Schule

Die Schließung zahlreicher Kirchen im Duisburger Norden würde nicht nur dem sozialen Leben und dem Christentum erheblichen Schaden zufügen und vielen Menschen einen Halt nehmen. Es würde auch bedeuten, dass die nachfolgenden Generationen christliche Werte und Moralvorstellungen nicht mehr vermittelt bekommen, wie die besorgte Religionslehrerin einer Grundschule und Mutter Alexandra Brahns untermauert: "Viele Kinder kennen Kirche und Religion doch nur aus der Schule." Eine andere besorgte Mutter fragt sich, wie die Zukunft der katholischen Kirche im Norden Bestand haben soll, wenn dem Nachwuchs der christliche Glauben nicht mehr nähergebracht wird. "In einigen Jahren gehen die Zahlen der Katholiken dann noch weiter zurück und das Bistum schließt erneut Kirchen."

Und genau da liegt das Problem: die Finanzierung, die durch Steuereinnahmen der Gemeindemitglieder gedeckt werden soll, genüge nicht. Die Schließung behebe nicht das Problem, darüber sind sich die Anwesenden einig. "Im Vergleich zu den 1960er Jahren hat unsere Gemeinde 60 Prozent ihrer Mitglieder verloren", erklärt Andreas Willenberg, Pfarrer von St. Norbert. "Jedoch hat das Bistum beschlossen, 80 Prozent unserer Kirchen zu schließen. Das ist bisher noch keiner Gemeinde passiert."

Übertriebener Eingriff

Den Gemeindemitgliedern und dem Pfarrer ist klar, dass irgendwo gespart werden muss. Doch seien diese 80 Prozent ein übertriebener Eingriff, wie der Pfarrer unter Zustimmung der Gläubigen äußert. Es müsse alternative Lösungen geben. Aber auch wenn es um die Zukunft der Kirchen im Norden wohl eher schlecht bestellt ist, geben die engagierten Bürger nicht auf, wie Angelika Hoffmann, Sprecherin der Initiative "Kein Kirchenkahlschlag im Duisburger Norden" und Gemeinderatsvorsitzende St. Barbara, betont: "Diese Diskussionsdebatte wird nicht die letzte Veranstaltung gewesen sein."

(pf)