Duisburg: Niag will Lärm an der Bahnlinie Baerl und Orsoy reduzieren

Duisburg : Niag will Lärm an der Bahnlinie Baerl und Orsoy reduzieren

Ein Gutachter stellte im Rheinberger Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss die Messergebnisse vor. Ein Arbeitskreis wird gegründet.

Rund 50 Frauen und Männer besuchten als Zuhörer den Rheinberger Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Die meisten von ihnen waren wegen der Niag-Bahnlinie zwischen Baerl und Orsoyer Hafen gekommen. Dr. Werner Pook vom Büro ADU Cologne stellte die Ergebnisse eines Gutachtens vor, das zur Ermittlung der Geräuschemissionen und Erschütterungen entlang der etwa fünf Kilometer langen Bahnlinie in Auftrag gegeben worden war. Die Bürgerinitiative (BI) Niag-Bahnlärm setzt sich seit rund zwei Jahren dafür ein, dass es an der Bahnlinie ruhiger wird.

Der Gutachter berichtete, dass an zwei Punkten gemessen worden ist. Tagsüber habe es keine Überschreitungen der zulässigen Werte gegeben. Nachts sah das anders aus. Zumindest ab dem nächsten Jahr, wenn der "Schienenbonus" wegfalle, seien Höchstwerte mitunter überschritten. Laut Niag, so Pook, fahren tagsüber durchschnittlich zehn und nachts vier Züge auf der Strecke. Gezählt hat die ADU Cologne im Untersuchungszeitraum elf am Tag und fünf in der Nacht. Besonders die akustischen Warnsignale sorgen dafür, dass die Anwohner aus dem Schlaf gerissen werden.

Auch die Erschütterungen seien nicht unerheblich gewesen. Oftmals lagen die Messwerte in einem Bereich, der für Gewerbegebiete noch akzeptabel gewesen sei — nicht aber für Wohngebiete. Das Fazit des Gutachters: "Es gibt auf jeden Fall Handlungsbedarf." Er empfahl, den von allen beteiligten Partnern gewählten Weg, nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen, weiterzugehen. Dr. Eva Hellmis, Sprecherin der Bürgerinitiative, begrüßte dies: "Wir sind froh, dass unsere subjektive Wahrnehmung bestätigt worden ist und haben dabei besonders die gesundheitlichen Aspekte im Blick." Sie sei zuversichtlich, dass sich die Situation verbessere.

Daran möchte die Niag mitwirken, unterstrich Vorstand Hans-Joachim Berg. Als regionales Unternehmen möchte man sich konstruktiv an der Suche nach Lösungen beteiligen. Er machte allerdings auch deutlich, dass es keine gesetzliche Grundlage für bauliche Veränderungen gebe, weil es sich bei der seit 1906 bestehenden Bahnlinie um eine Bestandsanlage handele. Die Strecke sei seit 1986 für einen Gütertransport von drei Millionen Tonnen pro Jahr ausgelegt. Berg schilderte, was bereits unternommen wurde: Der Oberbau sei ertüchtigt worden, weitere Schienenstöße sollen verschweißt und die Geschwindigkeit der Züge reduziert werden. An den Bahnübergängen Lohmühlerweg, Siedlerweg und einem weiteren Übergang soll nach Umbauarbeiten nicht mehr gehupt werden. Berg: "Am Lohmühlerweg übernehmen wir einen Kostenanteil, und auch das Gutachten haben wir bezahlt. Wir machen etwas, aber wir können und werden die Bahn nicht einstellen." In der Planung sind zudem "Schienenschmiereinrichtungen" gegen Quietschgeräusche. Zudem will die Niag neue Güterwagen mit leiseren Bremssohlen anschaffen und prüfen, ob längere, dafür weniger Züge fahren können. Nun soll in einer Arbeitsgruppe weiter gearbeitet werden. Darin sollen neben Vertretern der Städte Rheinberg und Duisburg die Bürgerinitiative und die Niag mitarbeiten.

(RP)
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