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Duisburg: New Orleans Jazz und Swing vom Allerfeinsten

Duisburg : New Orleans Jazz und Swing vom Allerfeinsten

Der Tag ungewöhnlich, der Besuch gewohnt gut: Pfingstsonntag gastierten im Rahmen der Reihe "Jazz live" die "Bourbon Street Stompers" mit stilechtem New Orleans Jazz. Sie lieferten den Soundtrack zum schönen Wetter, versprühten gute Laune und versetzen das Publikum in die musikalische Welt der 1920er und -30er Jahre, deren Wiege in der amerikanischen Jazz-Metropole stand.

Von dort reichte die Initialzündung, die dieser Stil immer noch bei vielen verursacht, bis nach Essen, wo 1993 die Band gegründet wurde. Heute ist Düsseldorf ihr "Heimathafen", wo die mittlerweile in alle Himmelsrichtungen verstreuten Bandmitglieder anlegen, wenn es darum geht, gemeinsam auf die Bühne zu gehen. Dort spielten sie im Rahmen der Düsseldorfer Jazz-Rallye einen Abend zuvor.

Ob in einer Kneipe, im großen Hotelsaal oder auf der Bühne der Oper von Palma de Mallorca: Das Septett scheint sich überall wohl zu fühlen: Gunnar Sachs (Trompete, Flügelhorn), Helge Sachs (Saxophon, Klarinette und Gesang), Olaf Kalytta (Posaune), René Richter (Banjo, Gitarre), Carsten Bernoth (Piano), Axel P. Stephan (Schlagzeug, Waschbrett) und Daniel Wehsarg (Kontrabass) laufen schnell zur Höchstform auf.

Die Band gilt als Garant für gepflegten New Orleans Jazz und Swing, ihre Liebe gilt dem Hot Jazz der 1920er und 1930er Jahre, den sie professionell in den Original-Arrangements auf die Bühne bringen wollen. Alle sind auch hervorragende Solisten (grandios das Bass-Solo "Ain't Misbehavin'"), deren Parts vom Publikum mit viel Beifall bedacht wurden.

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Von Gunnar Sachs darauf eingestimmt, dass es in den Intros von Jazz-Stücken der damaligen Zeit auch mal gewollt disharmonisch zugehen kann, hörte das Publikum den "Ozark Mountain Blues", lernte, dass Louis Armstrong in seiner Jugend wegen seiner großen Klappe schon mal "Gate mouth" (Scheunentor) genannt wurde und daraus später ein gleichnamiges Stück wurde. Und man erfuhr, dass es in den Texten gerne mal romantisch-erotisch oder gar frivol zugeht. Nicht zuletzt auch, um eine Komposition bekannter zu machen. So erging es dem "Atlanta Blues", der erst so richtig durchstartete als er den Zusatz-Titel "Make me one Pallet on your Floor" erhielt - auf Deutsch: "Leg mir eine Matratze auf deinen Boden".

Die nächsten Termine der Jazz-Live-Reihe: Am 2. Juni kommen Jörg Seidel's New York Swing Allstars mit Larry Fuller am Piano. Am 25. Juni gastiert die Palm Court Jazz Band im Wyndham Hotel Duisburger Hof.

(awi)