Neujahrsempfang der IHK mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

Neujahrsempfang der Niederrheinischen IHK: Laschet lobt den Hafen als „Tor zur Welt“

Der Neujahrsempfang der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer ist immer auch ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis in Duisburg. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet lobt den Standort Duisburg.

Für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet war gestern „Duisburg-Tag“. Am Nachmittag eröffnete er eine Schnell-Ladestation für Elektrofahrzeuge in Beeck (siehe Seite C 1), am Abend war er Gastredner in der gut besetzten Mercatorhalle. Dort fand er wohl den richtigen Ton, denn am Ende bekam er viel Beifall der Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen, vor allem wohl aber aus der Unternehmerschaft. Laschet betonte die Bedeutung Duisburgs als Stahlstandort und lobte den Duisburger Hafen in höchsten Tönen: „Er ist von besonderer Bedeutung für unser Land. Auch die Produkte, die in Ostwestfalen hergestellt werden, werden häufig über den Duisburger Hafen weitertransportiert – entweder über die neue Seidenstraße oder über den Hafen in Rotterdam zu ihren Zielen in der ganzen Welt.“ Laschet verwies auch auf die Ruhrkonferenz und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie mit dafür sorgen könnte, dass das Ruhrgebiet den Anschluss an Deutschland und das übrige Nordrhein-Westfalen halten könne.

Bevor der Gastredner zum Zuge kommt, hat traditionell der gastgebende IHK-Präsident das Wort. Burkhard Landers, Präsident der Niederrheinischen IHK, betonte gleich zu Anfang, dass mit dem Ende des Steinkohle-Bergbaus „eine zentrale, wenn nicht die wichtigste Epoche der deutschen Industriegeschichte zu Ende“ gehe. Während der mit dem Ausstieg aus der Kohleförderung verbundene Strukturwandel noch längst nicht geschafft sei, kämen schon die nächsten Strukturumbrüche auf uns zu. „Die Stichworte lauten: Energiewende, Klimaschutz, Digitalisierung und Demografie.“

Gespräch im Foyer (von links): Caterer Oliver Kersten , Eugen Hahn von der Lemetco GmbH und der frühere Innenhafen-Chef Dieter Steffen. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Landers lobte ausdrücklich die Digitalisierungsbemühungen Duisburgs: „Die Stadt Duisburg hat sich aufgemacht, mit ihrer Smart-City-Initiative Bürger und Wirtschaft flächendeckend und in allen Lebensbereichen mit neuer Technologie zu versorgen. Lieber Herr Link, lieber Herr Murrack, Kompliment zu ihrem systematischen Ansatz, der Duisburg an die Spitze der digitalen Großstädte führen soll“, so Landers an die Adresse von Oberbürgermeister Sören Link und Dezernent Martin Murrack.

Felizia Boßmann von der CDU-Mittelstansvereinigung mit SPD-Fraktionschef Bruno Sagurna (links) und Bürgermeister Manfred Osenger. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Bei der Infrastruktur forderte Burkhard Landers mehr Entschlossenheit: „Wenn auch nur der Eindruck in der Öffentlichkeit entstünde, Duisburg, das Ruhrgebiet oder das Rheinland könnten nicht mehr erreichbar sein, wäre das eine Katastrophe für die Wirtschaft unseres Landes.“ Das Niedrigwasser des Rheins habe gezeigt, wie verwundbar unsere Infrastruktur sei, zumal die Autobahnen ohnehin schon überlastet seien und die Betuwe-Linie nach Rotterdam erst in 15 Jahren fertig werde. Helfen könne nur eine Vertiefung des Rheins, doch dies sei ein Dekadenprojekt.

  • Mercatorhalle in Duisburg : Laschet beim IHK-Neujahrsempfang

Landers kritisierte das seiner Meinung nach zu bürokratische deutsche Planungsrecht: „Mindestens 15 Jahre vor der Erkenntnis, dass die A­40 eine neue Brücke braucht, bis zu deren Inbetriebnahme: Wollen wir uns das wirklich dauerhaft leisten? Ich denke, nicht. Für eine moderne Volkswirtschaft ist das inakzeptabel, und international blamieren wir uns damit.“

Laschet hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Bezirksregierung vom Antrag bis zum Abschluss des Planfeststellungsverfahrens nur ein Jahr gebraucht habe: „Das ist rekordverdächtig.“

In seinem Schlusswort dankte Landers dem Ministerpräsidenten: „Am Beifall merken Sie, dass Sie uns aus der Seele gesprochen haben.“ Der IHK-Chef interpretierte Laschets Rede dahingehend, dass 2019 ein schwieriges Jahr werden könnte. „Bevor wir das in Angriff nehmen, lassen Sie uns bei einem Imbiss ins Gespräch kommen“, forderte Landers alle Gäste auf. Und die folgten dem gern und plauderten im Foyer der Mercatorhalle noch lange miteinander, vor allem natürlich auch über ihre Pläne und Erwartungen für 2019.

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