Zoo Duisburg: Neues Zuhause für zwei Urtiere

Zoo Duisburg : Neues Zuhause für zwei Urtiere

Anton und Bertram sind vielleicht keine Schönheiten, aber das muss jeder Zoo-Besucher für sich entscheiden. Am Dienstag sind die beiden im Zoo Duisburg in ein neues Zuhause eingezogen.

Zumindest gehört die Gattung von Anton und Bertram zu den ältesten auf unserer Erde. Vor 150 Millionen Jahren krochen bereits Riesensalamander bzw. deren Vorgänger durch die urzeitlichen Wälder. Der chinesische Riesensalamander sei eine archaische Amphibienart, deren Ursprung bis ins Erdzeitalter Jura zurückreicht, weiß Volker Grün, Reviertierpfleger im Zoo. Er war am Dienstag beim Umzug der beiden dabei.

Wobei: Neu ist der Zoo Duisburg für die beiden grau-braunen Amphibien mit dem glatten Panzer nicht. Denn sie zogen bereits in den 1990er Jahren an den Kaiserberg, genauer in das alte Haus der tausend Fische, das zur Zeit aufwendig umgebaut wird. Dort befindet sich auch das neue Aquarium für Anton und Bertram. Finanziert hat es der Vereine der Freunde des Duisburger Tierparks, der rund 150 000 Euro zusammentrug.

Das Innenleben des Aquariums ist naturnah gestaltet, angelehnt an ihren Lebensraum in China. Hinter einer 700 Kilogramm schweren Scheibe ist ein Wasserbecken für die beiden angelegt worden, und im Hintergrund sieht man eine künstlich geschaffene Gebirgsbachwelt mit kleinen Wasserfällen und einer üppigen Bepflanzung.

Nicht sehen kann der Besucher die Filteranlage, mit deren Hilfe die Betriebskosten für das Becken möglichst niedrig gehalten werden und die garantiert, dass Anton und Bertram genau in dem Wasser schwimmen, das sie benötigen. In China leben Riesensalamander in Bächen und Flüssen und ernähren sich von Fischen, Krebsen und kleineren Amphibien. Sie leben die meiste Zeit unter Wasser, müssen aber regelmäßig an die Oberfläche, um Luft zu holen. Riesensalamander sind die größten heute noch vorkommenden Schwanzlurche der Welt. Sie bringen es auf eine Länge von 1,80 Metern und ein Gewicht von bis zu 50 Kilo. Bis dahin haben die beiden etwa 30 Jahre alten Duisburger Tiere noch einen langen Weg vor sich. Dass beide Männchen sind, da sind sich die Experten im Duisburger Zoo übrigens gar nicht so ganz sicher.

(RP)
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