Duisburg: Neuer Uni-Chor für jedermann

Duisburg : Neuer Uni-Chor für jedermann

Dirigent Armin Klaes, seit langem bewährt an der Duisburger Uni, stampft mit den Studierenden seiner Lehrveranstaltung "Musik- und Kulturmanagement" ein Weihnachtskonzert am 8. Dezember aus dem Boden. An dem Konzert können alle Interessierten mitwirken.

Das berühmte Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach im Audimax am Campus Duisburg der Universität Duisburg-Essen? Und mit beliebten Weihnachtsliedern? Schon am Donnerstag, 8. Dezember, um 20 Uhr? Und jeder kann mitmachen? Was steckt dahinter? Mal langsam und der Reihe nach.

Vor vielen Jahren konnte man an der damals noch selbstständigen Uni Duisburg Musik- und Kunstpädagogik studieren. Später gab es dort das vom Land inzwischen gleichfalls geschlossene Zentrum für Musik und Kunst (ZMK), das immerhin noch Universitätsangehörige und Auswärtige zu einer umfassenden Menschen-Bildung im tieferen Sinne des Universitäts-Begriffs zusammenführte.

Damals gab es einen Chor und ein Orchester, die aus Protest gegen die ZMK-Schließung sogar das Konzert-Projekt "Ephesus 2000" in der Türkei auf die Beine stellten. Unter anderem gab es jedes Jahr Weihnachtskonzerte im überfüllten Audimax (die RP berichtete regelmäßig).

Inzwischen ist der damals federführende, pardon: stabführende Dirigent Armin Klaes wieder Dozent an der heutigen Uni Duisburg-Essen, lehrt "Musik- und Kulturmanagement" im Bachelor-Studiengang "Kulturwirt". Die Studierenden sollen hier Schlüsselqualifikationen erwerben, um später Konzerte und andere Kulturveranstaltungen organisieren zu können. Als Praxisprojekt wollen sie jetzt, natürlich unterstützt von Armin Klaes, "mal eben so ein Uni-Weihnachtskonzert aus dem Boden stampfen".

Man muss weder singen können noch Universitätsangehöriger sein, um hier im Chor oder Orchester mitzuwirken, sondern kann locker und unverbindlich. zu den Proben kommen: Chor jeden Donnerstag um 19.30 Uhr, Orchester dienstags 20 Uhr ab 8. November, jeweils im Audimax an der Lotharstraße, Gebäude LA.

"So ein Konzert habe ich selbst noch nie gemacht!" bekannte Armin Klaes jetzt gegenüber der Presse. Denn es geht diesmal nicht in erster Linie um ein künstlerisches Ereignis, es werden auch nur so viele Teile aus dem Weihnachtsoratorium aufgeführt, wie es die zusammengekommenen Musiker ermöglichen.

Es geht auch und vor allem um Musikvermittlung, um die Überwindung von Schwellenangst an eben jenem Ort, an dem so viele junge und gebildete Menschen sind, die aber meist nicht gerne selbst singen.

(hod)
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