Duisburg: Neuer Tunnel, alte Probleme

Duisburg : Neuer Tunnel, alte Probleme

Der alte Fußgängertunnel am Bahnhof Rheinhausen ist geschlossen, doch inzwischen genießt der neue Tunnel fast schon denselben schlechten Ruf. Jetzt haben sich wieder einmal Vandalen dort ausgetobt.

friemersheim Der alte Tunnel am Bahnhof in Friemersheim: Für Bürger und Politiker war er ein Graus. Dunkel, verschmutzt, voller Schmierereien — da konnte es einem Angst und Bange werden, wenn man ihn passieren musste. Mit dem neuen Tunnel direkt unter dem Bahnhof sollte sich die Lage bessern. Doch Pustekuchen. Immer wieder sind auch hier Vandalen am Werk. Farbschmierereien müssen entfernt, zerstörte Lampen erneuert werden. Dreck und Unbehagen machen sich breit.

Jetzt hat die Zerstörungswut einen Höhepunkt erreicht: Am Wochenende haben Unbekannte mutwillig Lampen und einen Fahrkartenautomaten beschädigt. Eine regelrechte Spur der Verwüstung zog sich durch die Unterführung. Offenbar warfen die Vandalen mit Steinen auf die Lampen, von denen in der Unterführung zwölf beschädigt wurden. Am Treppenaufgang zur Windmühlenstraße warfen die Täter eine weitere Lampe kaputt, an der Treppe machten sie sich außerdem an einer Kantenschutzleiste zu schaffen und verbogen diese. Zudem wurde im Tunnel die Anzeige des Fahrkartenautomaten eingeschlagen, so dass dieser nicht mehr zu benutzen ist. Wann genau die Dumpfbacken im Bahnhof waren, ist unklar. Nach Angaben der seit März zuständigen Bundespolizeidirektion Sankt Augustin wurden die Schäden am Sonntagmorgen, gegen 8.25 Uhr festgestellt.

Nicht nur Bahnreisende und Friemersheimer, welche den Tunnel nutzen, waren gestern mehr als verärgert. "Geht das schon wieder los!", schimpfte eine Frau, die sich an die Zustände im "alten" Bahnhofstunnel erinnert fühlte. Und ein Mann meinte im Gespräch mit unserer Redaktion: "Meine Frau traut sich allein gar nicht durch die Unterführung. Bis spät in die Nacht lungern dort irgendwelche Gestalten herum."

Kameraüberwachung

Auch Politiker reagierten gestern entsetzt. Ratsherr Klaus Mönnicks (CDU) schlug vor, den Automaten oberirdisch aufzustellen. Er beklagte zudem fehlende Sauberkeit im Tunnel. Und: Zur Behringstraße hin müsse er besser ausgeleuchtet werden. Dort gebe es nach Einbruch der Dunkelheit einen "Gefährdungsbereich". Ratsherr Jürgen Fritz wies gestern darauf hin, dass die Bezirksvertretung Rheinhausen beschlossen habe, bei der Bahn eine Kameraüberwachung anzuregen. Diese Idee will die Bahn aber nur dann aufgreifen würde, wenn sich die Stadt an den Kosten beteiligt. Wie die Bahn AG gestern mitteilte, wäre ein Modell, wie es in Düsseldorf praktiziert werde, für Rheinhausen denkbar. In Düsseldorf habe die Stadt die Kameras finanziert, die Bahn übernehme zehn Jahre lang die Kosten für das Personal und die Überwachung.

(RP)
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