Duisburg: Neuer Dezernent Tum startet ohne Amtsleiter

Duisburg: Neuer Dezernent Tum startet ohne Amtsleiter

Carsten Tum hat seine Vorstellungsrunde durch die Ratsfraktionen hinter sich gebracht. Am Montag wird er vom Stadtrat zum neuen Baudezernenten gewählt. Das dürfte jetzt schon sicher sein, denn die Stimmen von Rot-Rot-Grün wird er bekommen. Die CDU-Fraktion – so ist zu hören – will sich enthalten. Sie hält damit an ihrer Marschrichtung fest, geeignete Bewerber nicht darum abzulehnen, weil sie ein Parteibuch anderer Couleur haben. Tum ist seit mehr als 20 Jahren Sozialdemokrat.

Vor dem Hintergrund seines beruflichen Werdegangs ist dies nicht weiter verwunderlich. Denn nach dem Studium an der Dortmunder Uni (Raumplanung) war er zunächst als Fachbereichsleiter in der SPD-regierten Stadt Oberhausen tätig, wechselte danach zum Regionalverband Ruhrgebiet (Referatsleiter Regionalentwicklung) und wurde vor vier Jahren Planungsdezernent in der mit rund 75 000 Einwohnern vergleichsweise kleinen Stadt Gladbeck.

Der gebürtige Hamburger hat seinen Lebensmittelpunkt im Duisburger Röttgersbach, wo er mit seiner Ehefrau und zwei Kindern wohnt. Er engagiert sich in der evangelischen Kirche. Ihm eilt der Ruf voraus, bürgernah zu sein, unkompliziert und umgänglich. Zudem sei er eher bodenständig als Visionär, wird ihm nachgesagt, was ihn deutlich von seinem umtriebigen Vorgänger Jürgen Dressler unterscheidet, der übrigens ebenfalls mal in Gladbeck gearbeitet hat.

Tum wird sein neues Amt (nach erfolgter Wahl) voraussichtlich zum 1. April antreten. Ganz einfach wird ihm der Anfang nicht gemacht. Denn auf die Erfahrungen und das Wissen eines Planungsamtsleiters kann er nicht zugreifen, weil die Stelle seit Monaten unbesetzt ist. Wie berichtet durfte die Stadt Duisburg nur eine der beiden Stellen ausschreiben. SPD, Grüne und Linke hatten sich im Rat dafür entschieden, einem Dezernenten den Vorzug zu geben.

(RP)
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