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Duisburg: Neuer Chef der CDU-Fraktion

Duisburg : Neuer Chef der CDU-Fraktion

Der Jurist Rainer Enzweiler führt fortan die Christdemokraten im Rat der Stadt an. Der gebürtige Hamborner setzte sich gestern deutlich gegen seinen Gegenkandidaten Thomas Susen aus Buchholz durch.

Rainer Enzweiler bekam die Mehrheit: Von den 25 Stimmberechtigten gaben 13 dem Hamborner Juristen ihre Stimme, zwei enthielten sich. Auf seinen Gegenkandidaten Thomas Susen aus Buchholz entfielen zehn Stimmen. Bislang war Enzweiler stellvertretender Vorsitzender. An diese Stelle tritt nun Gabi Partenheimer aus Rumeln-Kaldenhausen, die gegen ihren Herausforderer Elmar Klein (Walsum) mit 16:8 Stimmen gewann.

Das Ergebnis der Abstimmung dürfte manchen der Christdemokraten überrascht haben, die den Buchholzer klar vorne gesehen hatten. Denn Thomas Susen gilt als Freund von Parteichef Thomas Mahlberg und der bisherigen Fraktionschefin Petra Vogt. Sie hatte ihren Stuhl geräumt, weil sie im Mai in den Landtag gewählt worden ist und die Parteisatzung Doppelmandate nicht zulässt. Weder Mahlberg noch Vogt hatten sich im Vorfeld öffentlich zu den beiden Kandidaten geäußert, geschweige denn eine Wahlempfehlung ausgesprochen. Dass die Entscheidung knapp wird, davon waren am Nachmittag noch die meisten CDU-Ratsmitglieder ausgegangen. Das nun aber deutliche Ergebnis sorgte für Überraschung.

Offenbar traut die Mehrheit der christdemokratischen Ratsmitglieder dem Juristen Enzweiler eher zu, wieder einen Weg aus der schwierigen Lage der CDU zu finden. Sie hatte 2004 nicht nur den Oberbürgermeister gestellt, sondern mit den Grünen zusammen auch die Ratsmehrheit. Fünf Jahre später verlor sie diese an das Bündnis aus SPD, Linken und Grünen. Und seit der Abwahl von Adolf Sauerland im Februar beziehungsweise der Wahl von Sören Link im Juli dieses Jahres steht auch an der Stadtspitze wieder ein Sozialdemokrat. Die Christdemokraten haben zudem unter der langanhaltenden Debatte um Schuld und Verantwortung für die Loveparadekatastrophe deutlich gelitten.

Mit Rainer Enzweiler steht nun ein Mann an der Spitze, der als äußerst durchsetzungs- und willensstark gilt. Der Rechtsanwalt und Notar, Jahrgang 1947, hat schon als Jugendlicher bewiesen, zu welchen Leistungen er fähig ist. Als Schüler des Leibniz Gymnasiums in Hamborn tat er sich nicht nur wegen seiner exzellenten Noten hervor, sondern noch viel mehr als siegreicher Sportler. Enzweiler brachte es im Hammerwerfen zu einer ganzen Reihe von deutschen und internationalen Meistertiteln. Die letzte Silbermedaille holte er sich noch im Alter von 42 Jahren bei den World Veterans Championships in Oregon, den Weltmeisterschaften der Leichtathleten, wo er den Hammer noch fast 47 Meter weit schleuderte.

Politisch Furore macht er, als er 1999 bei der Kommunalwahl für die CDU in Marxloh 21,8 Prozent hinzugewann. Zu diesem Zeitpunkt gehörte er zwar bereit seit 16 Jahren der CDU an, kandidierte aber zum allerersten Mal für den Stadtrat. Dass er kein Hinterbänkler ist, das stellte er von Anfang an unter Beweis. Aus dem Stand sicherte er sich den Vorsitz im wichtigen Sportausschuss des Rates der Stadt und bekam eine gewichtige Stimme in etlichen weiteren Gremien.

(RP/rl)